15. März 2013, Tankwa Karoo NP > Vanrhynsdorp

Ein neuer Morgen bricht an und wir stehen auf, all unsere tierischen Freunde von gestern wieder antreffend – wie alte Bekannte. Auch die kleinen Bienchen begrüßen uns erneut und sind ebenso lästig bei der Sache wie am vergangenen Morgen. Heute aber können wir ihnen die Zeit nicht zugestehen, unser Spülbecken zu trocknen, unseren Abfallbeutel nachhaltig zu bevölkern und in unseren Mund- und Augenwinkeln nach verwertbarem Nektar zu suchen. Heute nämlich ist wieder ein Ortswechsel geplant und wir möchten uns nicht vertrödeln. Die Bienen jedoch haben dafür wenig Verständnis, wollen einfach nicht weichen. Mit viel Mühe und Überredungskunst gelingt es uns schließlich doch, unser Equipment und den Müllbeutel weitestgehend immenfrei ins Auto zu verfrachten. Gut, ein paar besonders hartnäckige Bienen müssen leider dran glauben und uns nach Vanrhynsdorp begleiten, einige glücklichere Exemplare dürfen hingegen am Office schon wieder aussteigen; hier nämlich geben wir unseren Abfall ab und checken ordnungsgemäß aus. Dann treten wir den Weg aus dem Park heraus an.

Frühstück in der Sonne
Schwuppdiwupp, alles gepackt!
Abschied von der Traum-Hoodia

Er führt uns zunächst Richtung Norden, danach geht es ostwärts – aber nur sehr langsam. Denn wieder mal gibt es unendlich viel zu sehen. Unser erster Stopp erfolgt bereits nach einer knappen halben Stunde der Fahrt und schuld daran ist ein ganzer Wald von Tylecodons. Wie knubbelige Skulpturen stehen die großen caudiciformen Dickblattgewächse mit der goldgelben, pergamentartigen Rinde in der Morgensonne und leuchten uns verführerisch an. Natürlich müssen wir sofort aussteigen und die Schönheiten betrachten, befühlen und ihren Wuchs und die Größe auf uns wirken lassen. Es sind unfassbar kompakte Exemplare, eines schöner als das andere, die hier auffällig dicht nebeneinander stehen. Heinz springt von einem Bäumchen zum nächsten, kann sich nicht festlegen, welches das Eindrucksvollste, das Schönste von ihnen ist. Und wieder flackert das Bild vom heimischen Garten vor unseren Augen auf. Wäre es bei uns nur heißer, gäbe es keinen Winter, würde das Ausgraben und Exportieren von Pflanzen nicht verboten sein und könnte man so einen Muster-Tylecodon problemlos als Handgepäck mit ins Flugzeug nehmen, würden wir wohl auch schon den Spaten zücken… Doch nein. Es sind nicht nur zu viele Konjunktive, die unserem Verlangen im Wege stehen. Es ist eben schlichtweg eine kleine Träumerei, die uns Freude macht – und zudem völlig legal ist und den Pflanzen keinen Schaden zufügt. Trotzdem fällt es uns schwer, die imposanten Knubbel-Gestalten wieder zu verlassen, ohne sie allesamt nicht doch noch aufs Autodach zu packen. Aber Spaß beiseite. Wir verabschieden uns von diesem einzigartigen Tylecodon-Wald, indem wir ihn stattdessen lediglich in unser Gedächtnis packen. Das ist besser für alle Beteiligten, hält das Transportgewicht im Rahmen und, am allerwichtigsten, kann uns von niemandem genommen werden.

Zwischenstopp
Das Tylecodon-Tal
Tylecodon paniculatus

Dann schlichten wir uns erneut in den Wagen, um unseren Weg fortzusetzen. Bald steigt die Straße an, zuerst nur leicht, bald aber immer steiler und windet sich in engen Serpentinen über mehrere hundert Höhenmeter nach oben. Wir erklimmen den Gannaga Pass und sehen die ganz Zeit wie gebannt aus den Autofenstern: zu unserer Linken türmen sich mächtige Felsen, deren brüchige Strukturen zahlreichen Pflanzen ein sicheres und nährstoffreiches Zuhause bieten, zu unserer Rechten eröffnet sich ein Tal, an dessen Ende man weit in den Nationalpark hineinblicken kann. Und schon wieder müssen wir anhalten, um diesen spektakulären Ausblick ausgiebig zu genießen. Allerdings merkt man deutlich, dass wir ganz schön hoch oben sind, denn der vormals heiße Wind, der uns im Tal noch zum Schwitzen brachte, ist hier droben eine mehr als erfrischende Brise, die uns Gänsepickel auf die Haut zaubert. Es tut zwar gut, ein wenig Abkühlung zu bekommen, doch allzu lange halten wir es trotzdem nicht aus und hüpfen dankbar zurück ins warme Auto, um bald darauf eine windverblasene Hochebene zu überqueren. Hier befindet sich die Gannaga Lodge, die zu den wenigen festen Unterkünften im Park zählt. Besonders einladend jedoch wirkt das Ressort nicht auf mich. Ich kann nicht sagen, was genau es ist, das mich sofort an den Film „Shining“ denken läßt. Wahrscheinlich aber sind es mehrere Signale, die gleichzeitig ein Unwohlsein in mir erzeugen. Eine grasbewachsene, windgepeitschte Ebene, öde, vegetationsarm; ein Gebäudekomplex, der unbelebt wirkt und überdimensioniert erscheint; Fenster, die mich wie tote Augen anstarren und eine spürbare Kälte – temperaturbedingt und zusätzlich verstärkt durch den Odem der Örtlichkeit. Ein seltsamer Ort mit befremdlicher Ausstrahlung, der sicher nicht auf der Wunschliste zukünftiger Urlaube stehen wird.

Am Fuße des Passes
Ganz oben auf dem…
… Gannaga Pass

Ich bin richtig erleichtert, als wir die Lodge endlich hinter uns lassen, das nördliche Parkgate durchfahren und unseren Weg Richtung Middelpos und Calvinia fortsetzen – der Knersvlakte entgegen. Doch bis dorthin sind es noch viele, viele Kilometer, die uns weiter auf relativ großer Höhe dahinführen. Komisch. Mein inneres Gefühl nämlich erwartet irgendwie einen baldigen Abstieg, doch der will und will nicht kommen. Stattdessen halten wir das Höhenniveau, klettern sogar noch ein wenig nach oben. Auf der Landkarte kann man es deutlich sehen, meine Erwartungshaltung jedoch weigert sich weiterhin standhaft, das normal zu finden. Was ist nur los mit mir? Hat mich die Geister-Lodge so aus dem Gleichgewicht gebracht, dass mich meine topografischen Sinne nun total im Stich lassen? Naja, egal, es wird sich schon wieder einkalibrieren. Und das tut es tatsächlich. Und zwar genau zu dem Zeitpunkt, als die Landschaft wieder ansprechender wird. Mit einem Mal nämlich tauchen große, ovale Zeugenberge auf, deren flache, rostbraune Plateaus sich gegen den blauen Himmel abzeichnen und mich von einer Sekunde auf die andere von „Shining“ in einen Cowboyfilm transferieren. Wenn ich nicht genau wüßte, wo ich bin, würde ich mich jetzt glatt in Amerika, mitten in Colorado, wähnen und gleich müsste der Marlboro-Man mit seinem schnaubenden Hengst unseren Weg kreuzen. Mhm, irgendwas ist da bei der Kalibrierung schiefgelaufen…

Welcome to Cowboy Country
Zeugenberg mit Mütze
Flache Zeugenberge

Doch immerhin fühle ich mich jetzt wieder ein wenig wohler und steige gerne aus dem Auto, als wir eine kleine Pause machen. Der rauchende Cowboy besucht uns dabei natürlich nicht, dafür aber entdecken wir, immerhin, erneut einige interessante Pflanzen, die eindeutig sukkulent sind. Oder sollte ich besser sagen: waren. Denn sukkulent bedeutet ja saftreich, eine Eigenschaft, die man unseren Funden jedoch im Moment eindeutig nicht zuerkennen kann. Nichtsdestotrotz werde ich herausfinden, was hier vor sich hinvegetiert, denke ich mir entschlossen, während ich einen wirklich saftreichen Apfel verzehre. Als wir alle einen kleinen Snack zu uns genommen und unsere Blasen erleichtert haben, geht es weiter durch Marlboro Country. Und weiterhin zeigt mein innerer Höhenmesser abwärts. Doch es dauert noch sehr lange, bis er und die tatsächliche Höhe wieder eine gemeinsame Diskussionsgrundlage finden. Kurz vor Calvinia endlich ist so weit. Wir verlieren an Höhe, die Roggeveldberge verschwinden endgültig im Rückspiegel und machen den Hantamberge Platz. Die Täler sind wieder weiter geworden, die Ebenen flacher, großzügiger, und ich fühle mich jetzt richtig befreit, kann wieder tief durchatmen. Ach, das war es also! Als Bayerin bin ich zwar ein Kind der Berge, fühle mich jedoch sofort eingeengt, sobald da was um mich herum aufragt, mir die Sonne nimmt und mich bequetscht. Dass mich ein Hochplateau, dessen Ränder ich nicht sehen kann, in vergleichbare Bedrängnis versetzt, war mir bis dato zwar neu, erklärt aber, für mich total nachvollziehbar, was mich in den letzten Stunden so aus den Gleichgewicht gebracht hat.

Octopoma nanum
Pelargonium sp. (?)
Gomphocarpus fruticosus

Allmählich aber pendelt sich mein topografisches Gefühlsleben wieder ein, vor allen Dingen, weil auch die Karte mir bestätigt, dass es nun tatsächlich bald abwärts gehen wird. Zunächst jedoch müssen wir noch einen kurzen Tankstopp in Calvinia einlegen und wollen bei der Gelegenheit auch gleich noch unsere Vorräte auffüllen. Die Tankstelle liegt direkt an der Hauptstraße und wir hegen die Hoffnung, hier auch einen Supermarkt vorzufinden, sodass wir nicht in den Ort hinein müssen. Leider aber müssen wir doch, so eröffnet uns der freundliche Tankwart. Nun gut, wat mutt, dat mutt. Ohne große Begeisterung kurven wir durch die wenig einladenden Straßen Calvinias, bis wir endlich fündig werden und unser Auto direkt vor einem mittelgroßen Geschäft abstellen. Ein Blick die Straße runter, ein Blick die Straße rauf: es ist wohl besser, wenn Heinz und ich beim Wagen bleiben, während Annette und Jochen einkaufen gehen. Nun ist es nicht so, als wären wir hier in einem total heruntergekommenen Viertel gelandet, nein, aber es treiben sich doch eine erstaunliche Anzahl recht abgerissen wirkender Gestalten herum, deren Fokus auf den Kunden des Supermarktes liegt. Jeder, der mit Tüten bepackt oder einen Einkaufswagen schiebend, den Laden verläßt, wird sofort belagert und angebettelt. Und der extra abgestellte Sicherheitsmann des Geschäfts geht seinen Pflichten deutlich gelangweilt und lückenhaft nach. Obwohl wir stets darauf achten, unser Equipment möglichst so im Laderaum zu verstauen, dass es keine Begehrlichkeiten weckt, so ist es doch offensichtlich, dass wir bis unters Dach voll sind. Verständlicherweise möchten wir niemandem die Gelegenheit geben, mal nachzusehen, ob da nicht doch was Brauchbares zu holen ist. Und so, wie sich die Bettler hier geben, können die alles brauchen. Also bleiben Heinz und ich bei unserem Hausstand und halten später, als unsere Freunde den Einkauf in den Landy packen, die aufdringlichen Herrschaften von unaufgefordertem Zupacken ab. Solche Situationen vor Supermärkten, Tankstellen oder Getränkeläden sind übrigens nicht unüblich, aber, mit derartiger Vehemenz, auch nicht alltäglich, das sei der Ordnung halber gesagt. Dennoch sind wir immer ganz froh, uns nicht allzu lange in einer größeren Ansiedlung aufhalten zu müssen. Auch jetzt, nachdem wir alles „zivilisatorische“ erledigt haben, machen wir uns schnellstmöglich wieder auf den weg, hinaus aus Calvinia, hinaus auf die R27, die uns an weitem, eingezäuntem Weideland vorbeiführt. Wir wären nicht wir, würden wir nicht auch hier, auf diesen botanisch recht uninteressanten Flächen doch bald etwas entdecken, das uns erneut zum Anhalten nötigt: seit geraumer Zeit schon begleiten uns am Straßenrand frischgrüne, im Wind wogende Sträucher, die seltsam stachelige Früchte tragen. Und das müssen wir uns näher betrachten!. Bei der nächstbesten Gelegenheit stoppen wir den Landy auf dem Bankett und statten den auffälligen Pflanzen einen Besuch ab. „Papsthoden, das sind Papsthoden!“, freue ich mich und ernte ratlose Blicke meiner Freunde. Nein, die Dinger heißen sicher anders, aber der schwule Florist, bei dem ich immer Sträuße für besondere Gelegenheiten bestelle, lässt es sich nicht nehmen, mir jedesmal ein paar dieser Stachelteile in das Bukett zu binden und mich, ebenfalls jedes Mal, freudig strahlend zu fragen, ob ich gewusst hätte, dass dies die Hoden des Papstes seien… Nun ja, es gibt schönere Vorstellungen als die, die Kronjuwelen seiner Heiligkeit zu verschenken, aber in Wirklichkeit handelt es sich ohnehin um etwas anderes: es ist ein Gomphocarpus, ein Seidenpflanzengewächs, das unscheinbare, aber wunderschöne Blüten und eben diese luftgefüllten, bestachelten Samenstände trägt. Wir freuen uns über diese Entdeckung und ich, für meinen Teil, freue mich auf den nächsten Besuch bei meinem Floristen…

Oberhalb des Passes
… und unterhalb…
Gomphocarpus “papsthodiensis”

Nun aber wird es Zeit, wieder ein paar Kilometer gut zu machen, was uns tatsächlich ohne weitere Unterbrechung gelingt. 90 Kilometer nach Calvinia dann, ich hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, geht es endlich richtig bergab – der Vanrhynspass lässt uns auf engen Serpentinen beträchtlich an Höhe verlieren. Doch nicht nur topografisch gesehen geht es bergab, auch das Wetter ändert sich plötzlich schlagartig. Der vormals strahlend blaue Himmel nebst der vereinzelten Schäfchenwolken zieht sich immer mehr zu, finster dräut dunkelgraues Gewölk und platziert so manchen Regentropfen auf unserer Windschutzscheibe. Hallo, wir wollen morgen in die Knersvlakte, wir können jetzt keinen Regen gebrauchen! Es wäre wirklich eine mittlere Katastrophe, würde hier und jetzt ein Tief anrücken, denn der Besuch der, unter Botanikern weltberühmten, Quarzflächen ist einer meiner lange gehegten Wünsche, für dessen Erfüllung jedoch niederschlagsfreies Wetter unabdingbar ist. Aber es ist ja erst morgen so weit und bis dahin kann sich noch einiges tun. Hoffnungsfroh kurven wir den Pass runter und erreichen zirka einer Stunde später das Örtchen Vanrhynsdorp, Ausgangspunkt unserer geplanten Exkursion in die „Ebene der knirschenden Steine“. Und ausnahmsweise sind wir diesmal ziemlich unvorbereitet: weder wissen wir, wo wir übernachten sollen, noch, wo genau sich die Quarzebenen befinden. Das jedoch hoffen wir rasch im Ort herausfinden zu können. Annette hatte für die Übernachtung vor Antritt unserer Tour per Mail zwar noch bei einem Community Trust angefragt, bis zum heutigen Tage aber keine Antwort erhalten. Telefonnummer hat sie keine und Internet ist momentan natürlich auch keine Option. Aber da gibt es ja noch meine Kontaktadressenliste, auf der alle relevanten Nummern verzeichnet sind. Mal sehen, ob das Ding was taugt! Wir wählen also die Nummer des Griekwa Ratelgat Community Trusts und bekommen in der Tat sofort Verbindung. Eine Dame ist dran.„Ah, Reservierung, soso“, murmelt sie, „da muss ich erst mal in den Mails nachsehen. Ja, da ist letzte Woche was gekommen, aber das hat noch niemand bearbeitet.“, eröffnet sie uns. „Und außerdem haben wir ohnehin geschlossen!“ Spricht’s und legt auf.

Empfangs-Komitee…
… des Caravan-Parks
Belagertes Lager

Mhm, das fängt ja gut an! Aber in meiner Liste habe ich noch ein zweites Etablissement notiert, das hier Übernachtungsmöglichkeiten offeriert. Vielleicht haben wir da mehr Glück. Vanrhynsdorp Caravan Park nennt sich das Ressort, das wir auch, nach einiger Suche, endlich am Ortsrand ausfindig machen. Schwungvoll kurven wir durch das Einfahrtstor, halten vor der Rezeption und kämpfen uns zwischen vier uns begrüßenden Hunden zum Office vor. Dort jedoch fällt der Willkommensgruß deutlich verhaltener aus. Eine junge Dame hängt sichtlich gelangweilt vor der Glotze und empfängt uns zwar einigermaßen freundlich, aber ein leichter Unmut über unsere Dreistigkeit, mitten am Nachmittag zu stören, ist nicht zu übersehen. Nach demonstrativ gequältem Seufzen und Stöhnen, bei dem immer wieder ein wenig Alkoholdunst in unsere Nasen zieht, bequemt sie sich endlich doch, uns einen Stellplatz zuzugestehen. Aber nicht hinten, auf dem Caravangelände, tut sie uns kund, sondern vorne, neben dem Sanitärgebäude. Etwas anderes könne sie uns nicht anbieten. Begründung nennt sie uns allerdings keine. Nach kurzer Inspektion des zugewiesenen Stückchen Rasens und des verlotterten Waschhauses entscheiden wir uns zum Bleiben; was sollen wir auch machen, wir brauchen einen Übernachtungsplatz. Gelangweilt nimmt die Lady unseren Entschluss zu Kenntnis, zeigt aber erstmalig eine erkennbare Regung, als wir nach der Knersvlakte fragen. Eine Augenbraue wandert nach oben, der schläfrige Gesichtsausdruck wandelt sich in einen ratlosen. „Knersvlakte? Was soll das sein?“ Wir erklären. „Nie gehört!“, ist der abschließende Kommentar der Frau, die in gerade mal 20 Kilometern Entfernung dieses botanischen Hotspots wohnt! „Aber versuchen Sie es doch mal bei der Gärtnerei, die könnten das wissen.“, meint sie und macht eine vage Handbewegung Richtung Ortschaft. Vielen Dank für den netten Empfang und die tatkräftige Unterstützung, Fräulein Schnarchnase, und entschuldigen Sie nochmals die Störung!

Kopfschüttelnd setzen wir uns wieder in den Wagen und machen uns auf die Suche nach besagter Gärtnerei, die ich, dem Himmel sei Dank, auch in meine Liste aufgenommen hatte. Kokerboom Kwekery, Voortrekkerstraat. Hah, an der Voortrekker sind wir vorhin vorbei gekommen. Mit dieser Orientierungshilfe ist auch die Gärtnerei rasch gefunden und wir haben sagenhaftes Glück: es ist Samstag Nachmittag, 16 Uhr, die Angestellten der Gärtnerei machen gerade Feierabend und wir kommen, buchstäblich in letzter Minute, noch auf das Betriebsgelände. Und obwohl man hier gerade die Schotten fürs Wochenende dicht machen will, werden wir äußerst freundlich empfangen, erhalten alle gewünschten Informationen und dürfen uns sogar noch in aller Ruhe in den Gewächshäusern umsehen! Und die, beziehungsweise das, was sie beherbergen, treibt uns fast die Tränen der Begeisterung in die Augen: Sukkulenten, soweit man blickt! Fein säuberlich beschriftet und nach Altersgruppen geordnet, ist hier alles zu finden, was unsere Herzen begehren. Alles und noch mehr, sogar richtige Raritäten. All diese Schätze könnte man natürlich käuflich erwerben. Könnte, wenn man sie anschließend auch mit in die Heimat bringen dürfte. Das aber ist uns leider nicht gestattet und so begnügen wir uns, mit glänzenden Augen und großem Bedauern, das Paradies eben nur optisch in uns aufzusaugen. Ach, wenn das Wörtchen wenn nicht wär! Leider aber können wir seine Existenz nicht ignorieren und auch nicht, dass die Gärtnerei eigentlich schon geschlossen hat.

Um nun die Geduld der freundlichen Gärtnersdame und auch unsere Leidensfähigkeit nicht über Gebühr zu strapazieren, verabschieden wir uns recht bald – wenn auch schweren Herzens. Doch wir wissen nun immerhin, wo genau die Knersvlakte ist, haben die Telefonnummer des Herrn, der uns reinlassen wird und unsere Übernachtung ist ebenfalls gesichert. Was also wollen wir mehr?! Froh über unseren erfolgreichen Besuch in der Sukkulenten-Gärtnerei kehren wir schließlich zum Caravan Park zurück, um endlich, mit Hilfe der uns schwanzwedelnd begrüßenden Hunde, unser Lager zu errichten und den Abend einzuläuten. Dieser wird auch, wider Erwarten, doch noch ganz gemütlich. Zwar hält uns, unter anderem, ein dickes Haarbüschel im Abfluss der Dusche von ausgiebigerer Körperpflege ab, aber gegen die aufkommende, fast beißende Nachtkälte schützt uns entsprechende Kleidung (und eine Katze auf dem Schoß), und gegen eventuelles Ungemach seitens der nicht eben vertrauenerweckenden Nachbarschaft, von der uns nur ein windiger Zaun trennt, die tröstliche Präsenz der Hunde. Sie weichen den ganzen Abend, die ganze Nacht nicht von unserer Seite und sind nur zu uns so freundlich…

Weitere Impressionen des Tages:

Schnell noch ein Abschiedsfoto
Was hier alles wächst!
Im Tylecodon-„Wald“
Auf dem Gannaga Pass
Prächtiger Tylecodon
Packaktion
Unscheinbar aus der Entfernung,
wunderschön im Detail:
Zygophyllum retrofractum
T. paniculatus – Samenstände
T. paniculatus – Stamm
Ausschwärmen für Details
Vegetation auf dem Gannagas
Tylecodon wallichii – Detail
Octopoma nanum
Tylecodon paniculatus
Gefährt und Gefährte
Feldstudien
Gannaga Pass
Blick zurück in den Tankwa
Landschaft unterwegs
Unsere Lagerwachen
Katzenbesuch
Hund, schau halt her!
Tylecodon orbiculatus
Tylecodon-Samenstände

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