LANDESTYPISCH UND KUNSTVOLL – EIN PAAR QUADRATZENTIMETER PAPIER ALS MITBRINGSEL

Mitbringsel und die lieben Platzprobleme

Geh doch mal in dich und zähle, wie viele Länder du in deinem Leben schon besucht hast. Zehn, zwanzig, vierzig oder noch mehr? Und bist du ein Souvenir-Mitbringer oder nicht? Wenn ja, was hast du im Laufe der Jahr schon alles nach Hause geschleppt, gibt’s die Mitbringsel alle noch und hast du überhaupt noch Platz für was Neues? In diesem Zuge muss ich zugeben, bei mir wird’s schön langsam eng: Schnitzereien, Perlentiere, Irdenes, Bilder und, und und. Dazu kommt dann noch die Leidenschaft für eigene Fotos und fremde Kunstwerke mit Zeichnungen meiner Lieblingstiere. Deshalb bin ich wohl auch ein Fan der Petersburger Hängung und der hemmungslosen Nippesverteilung, dicht an dicht – sonst hätte all das keinen Platz.

Dabei hätte ich den ultimativen Tipp für platzsparende Souvenirs, die nur wenige Milligramm wiegen und trotzdem landestypischer nicht sein könnten. Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit Sicherheit über jedes dieser Mitbringsel eine Story erzählen kann, denn sie sind meist nur auf Umwegen zu bekommen.

Platz sparen und dennoch ein schönes Andenken haben

Von was redet diese Frau? Ich sag’s euch: von einem bunten Papierfetzen namens Briefmarke. Und wer von uns hat nicht schon mal Postkarten an die Lieben nach Hause geschrieben, beziehungsweise wollte das, hat die Karten aber dann selbst in die Heimat transportiert, weil Briefmarken partout nicht aufzutreiben waren. Auch nicht in dem Laden, der die Postkarten verkauft hatte. Ein seltsames Phänomen, das, macht man sich ernsthaft auf die Suche nach den kleinen bunten Bildchen, für bunte Erinnerungen sorgen kann – der Weg, eine Briefmarke zu finden, ist das Ziel! Man lernt echt viele Leute dabei kennen und kann lustige Geschichten erleben…

Doch davon abgesehen: Briefmarken sind in der Regel mit landestypischen Motiven bedruckt und, wenn man dann mal fündig wird, kann man aus einer ganzen Motivpalette wählen. Kunst, Flora, Fauna, Politik, besondere Ereignisse, Trachten, Ethnien, Geografisches, Bauwerke und so weiter. Landestypisches auf noch kleinerem Raum geht also nicht.

Ja, man kauft also eine ganz tolle Briefmarke – aber dann? Ab ins Album und zum, wenn auch speziellen, spießigen Briefmarkensammler mutieren? Und zu allem Überfluss vielleicht auch noch potentielle Lebenspartner nach dem ersten Date damit in die Wohnung locken wollen? Klar, könnte man ja mal versuchen, eventuell zieht die Masche ja immer. Viel besser zur Geltungs allerdings kommen die kleinen Kunstwerke, wenn man sie nicht in ein Sammleralbum, sondern in kleine Bilderrähmchen steckt und, zusammen mit anderen, an der Wand plakatiert.

Galerie en miniature – auch ein Zeitzeugnis

Mich haben diese Mini-Bildchen schon in frühen Reisejahren fasziniert, sodass ich im Jahre 1986 die erste Briefmarke aus einem Ungarnurlaub mitbrachte – ein sogenannter Block, auf dem sich das Motiv der Marke außenrum fortführt. Ich fand das Ding so hübsch, dass ich es in einen Rahmen steckte, wo es gleich noch attraktiver aussah. Tja, und fortan brachte ich aus jedem Urlaub, beziehungsweise aus jedem neu bereisten Land, eine Briefmarke mit. Mittlerweile sind rund 45 Stück zusammengekommen und zu jedem einzelnen könnte ich etwas erzählen. Faszinierend finde ich übrigens ebenfalls, dass da, an meiner Küchenwand, auch Schätzchen aus Ländern hängen, die heute gar nicht mehr existieren. Jugoslawien oder die Tschechoslowakei zum Beispiel.

Ganz besonders schön bringt man diese bunten, flachen Mitbringsel heraus, wenn man ihnen ein farblich passendes Passepartout gibt und den Rahmen entsprechend Ton in Ton oder komplementär lackiert.

Gekonnt in Szene setzen

Mit den Rähmchen handhabe ich es übrigens folgendermaßen: wann immer ich so ein Ding in passendem Format entdecke, sei es auch farblich noch so häßlich, kaufe ich es. So habe ich stets einen gewissen Fundus an Rähmchen, die ich dann mit Plakafarbe und Klarlack an die jeweilige Marke anpassen kann.

Und bekomme ich tatsächlich mal keine Briefmarke? Dann hilft nur eines: nochmal hinfahren! Sollten aber tatsächlich alle Stricke reißen, so gibt es ja noch das Internet, das mit Abbildungen zum Selbst-Ausdrucken oder günstigen Themen- oder Länder-Sammelpacks weiterhilft. Das aber nur als absolute Notlösung, damit ja keine Lücke entsteht, gell!

Ein Tipp noch: wer diese Idee gut findet und aufnehmen möchte, weil sie so platzsparend ist, der sollte auf den Kauf anderer, voluminöserer Souvenirs verzichten. Nicht so wie ich, die ich wohl bald anbauen muss…

Titelbild von Thomas B. (Didgeman) auf Pixabay

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