Sensationell – Botanischer Garten Kirstenbosch

Kirstenbosch – dieser Name zergeht wie zartschmelzender Spargel oder frisch gehobelter Trüffel auf der Zunge, oh ja … Warum aber ausgerechnet Spargel und Trüffel? Nun ja, Kirstenbosch ist eben ein botanischer Garten und da ist der Vergleich mit wohlschmeckenden Gewächsen naheliegend. Doch es ist eben nicht irgendein botanischer Garten, sondern einer, für den sich der Vergleiche-Griff in die Kiste der Edelgemüse durchaus anbietet – er ist nämlich einer der schönsten der Welt. Das sagt man zumindest. Doch ich, die ich schon einige berühmte botanische Gärten auf dieser Welt besucht habe, kann das nur bestätigen!

DER BOTANISCHE GARTEN – EIN JUWEL AM KAP

Kirstenbosch ist in vielen Belangen einzigartig: Lage, Flora, Größe, Vielfalt, Abwechslung im Gelände – also eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Deren gibt es mehrere in Kapstadt und Umgebung, doch hier muss man kaum einen Besucherandrang wie an der Tafelberg-Gondel befürchten und, ist einmal der Eintritt bezahlt, so kann man sich hier gut und gerne einen ganzen Tag lang auf schönste Art und Weise um die Ohren schlagen. Und der Ausblick auf Kapstadt, der fast so schön ist wie vom Tafelberg, wird zudem noch von Proteengewächsen gerahmt und nicht von anderen Touristen, die im Wege stehen.

FAKTEN

Beginnen wir jedoch zunächst mit den Eckdaten, bevor ich vor lauter Schwärmerei nicht mehr in der Lage dazu bin. Fakten, die ich eigentlich gar nicht auflisten müsste, denn Kirstenbosch hat eine hervorragende Website, die alle Informationen bietet, die man braucht. Doch so ist es in seiner Kürze vielleicht übersichtlicher.

Lage
Kapstadt, Stadtteil Newlands

Größe
38 ha bepflanzt, insgesamt 528 ha

Landschaftstyp
Mediterrane Hartlaubzone

Höhe
100 m hoch bis knapp 1000

Jährlicher Niederschlag
1310-1440 mm

Bestehen seit/Gegründet
1913

Management
SANBI unter dem National Department of Environment, Forestry and Fishery

BESONDERHEITEN

– UNESCO Weltkulturerbe seit 2004
– Beherbergt über 7000 Pflanzenspezies ausschließlich einheimischer Arten
– Es gibt auch jede Menge Wildlife zu entdecken, davon allein etwa 125 Vogelarten. Aber auch diverse Säugetiere und unzählige Insekten kann man dort sehen.

EINTRITT und ÖFFNUNGSZEITEN

Saisonabhängige Öffnungszeiten
September bis März: 8:00-19:00 Uhr
April bis Mai: 8:00-19.00 Uhr
Conservatory: 9.00-17.00 Uhr (ganzjährig)

Eintritt (Stand 11/20)
Erwachsene: 75 Rand
Kinder von 6 bis 17 Jahren: 20 Rand

ANFAHRT

Auto
Die Strecke nach Kirstenbosch, das etwa 13 km außerhalb des Stadtzentrum liegt, ist gut ausgeschildert, sofern man sich auf größeren Hauptstraße bewegt. Kommt man von der Stadt, so nimmt man den De Waal Drive (M3) Richtung Muizenberg und biegt, sobald man an der Kreuzung zum Rhodes Drive (M63) ist, nach rechts, hin zu den Bergen, ab. Danach nur noch dem Rhodes Drive und der Beschilderung folgen und schon ist man da. An allen drei Hat er gibt es reichlich kostenlose Parkplätze.

Bus
Man muss kein Auto haben, um in den Genuss von Kirstenbosch zu kommen, denn der Botanische Garten wird von zwei Buslinien bedient – vom City Sightseeing Bus und der Golden Arrow Linie. Beide fahren den Garten in Intervallen von 15 bis 20 Minuten an – zumindest im Sommer. Informationen bezüglich der Fahrpreise und des Fahrpläne des Sightseers sind auf der Homepage des Betreibers zu finden, Golden Arrow macht es einem nicht ganz so bequem und man muss anrufen (0800 65 64 63). Oder einfach die entsprechende Seite des Botanischen Gartens besuchen – dort gibt es tatsächlich einen Fahrplan für Golden Arrow.

KONTAKT

Ticket Office: 021 799 8782 / 021 799 8602
Information Office: 021 799 8783 / 021 799 8773
Concert Information: 021 799 8620
Curator’s Office (weekdays, 07h30-16h20): 021 799 8800 / 021 799 8752 / 021 799 8757
After Hours and Emergencies: 021 799 8618 / 060 948 4432
Fax: 021 797 6570
Email: KirstenboschInfo@sanbi.org
Postal: Private Bag X7, Claremont, 7735, Cape Town, South Africa.

VERSORGUNGSMÖGLICHKEITEN

Wer den Botanischen Garten besucht, muss weder verhungern noch verdursten, denn für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Zumindest im unteren Bereich des Gartens. Denn dort befinden sich das moyo Restaurant, in dem man gar trefflich speisen kann, den Tee Room, der urbritische Bedürfnisse zu befriedigen in der Lage ist und das Vida e Caffè, das, seinem spanischen Namen zum Trotz, eher eine italiengenerierte Espresso- und Paninisehnsucht stillt. Näheres zu den Gastronomiebetrieben natürlich wieder auf der Kirstenbosch-Seite – inklusive Speisekarte!
Der aufmerksame Linknutzer wird übrigens bemerkt haben, dass dem Programmierer der Seite, die sich wirklich sehr informativ und übersichtlich präsentiert, ein blöder Fehler unterlaufen ist: der Knotenpunkt auf diesem SANBI-Konstrukt ist „Kirstenboch“. Egal, Hauptsache, die Seite funktioniert!

AKTIVITÄTEN

Man kann, wie wir gerade erwähnt haben, den ganzen Tag essen und trinken, oder aber in der Gärtnerei rumstöbern, den Shop leerkaufen oder im Schweinsgalopp einen der größeren Trails hinter sich bringen. Oder man genießt in aller Ruhe die Schönheit dieses Gartens mit seinen unzähligen Pflanzen und auch Tieren. Und wer partout ein wenig Nervenkitzel braucht, der kann den schwankenden Canopy Walkway beschreiten, der Kunstliebhaber den Skulpturengarten besuchen und der kluge Kopf den Gartenabschnitt mit den wassersparenden Pflanzen verinnerlichen. Und nicht zu vergessen: da ist auch noch das Conservatory mit einer Flora, die unter Glas musste, weil ihr das Klima Kapstadts zu nass ist. Es gibt also reichlich zu sehen und zu tun!

ÜBERSICHT ÜBER DIE VERSCHIEDENEN GARTENBEREICHE

PERSÖNLICHE BEURTEILUNG

Nun ist ja ein botanischer Garten, und möge er auch noch so schön sein, kein Nationalpark und auch kein Schutzgebiet und dürfte darob in dieser Rubrik gar nicht auftauchen. Da Kirstenbosch aber so etwas Besonderes ist, findet es doch seinen Platz in meinem Reigen der besuchenswerten Natur-Orte.

Dass der botanische Garten in Kapstadt etwas Besonderes ist, dafür gibt es diverse Gründe.

LANDSCHAFTLICHE IMPRESSIONEN – ABWECHSLUNG PUR

Kirstenbosch ist wunderschön gelegen – etwa 13 Kilometer Innenstadt entfernt muggeln sich die botanischen Gestade in eine Art Amphitheater: ein relativ ebenes Gelände, das in u-förmiger Umarmung beeindruckender Berge zunächst sanft ansteigt, dann aber immer steiler wird. Doch alle Bereiche des Gartens, die für den Floralschlenderer und trekkingtechnisch unambitionierten Besucher interessant sind, können ohne das Erklimmen nennenswerter Steigungen erkundet werden. Fantastische Anblicke eröffnen sich einem dabei: die Sicht auf Kapstadt, ein bunter Sinnenwirbel der verschiedenen Gartenbereiche und der Berge im Hintergrund wechseln einander ab und lassen es nie langweilig werden. Dieser Umstand allein ist schon einen Besuch wert!

AUCH DIE FAUNA KOMMT NICHT ZU KURZ

Wenn man Kirstenbosch besucht, muss man auch auf Tiere nicht verzichten. Man hat durchaus die Chance, hier und da ein Säugetier zu erspähen, und sei es nur eine Maus. Auch Reptilien sind vertreten, aber mit Abstand am häufigsten bekommt man Insekten und Vögel zu Gesicht – und das in einer Fülle und Farbenvielfalt, die ihresgleichen sucht und, eingerahmt von in all den bunten Blüten, sich besonders reizvoll präsentiert. Die Tiere sind freiwillige, wildlebende Besucher, zeigen aber wenig Scheu, denn sie sind daran gewöhnt, dass an ihren Futterplätzen diverse Zweibeiner vorüberbummeln. Ein unschlagbares Argument für alle Vogelliebhaber und -fotografen…

PFLANZEN – DER EIGENTLICHE GRUND, WARUM MAN HIERHERKOMMT

Pflanzen in Hülle und Fülle! Das Schönste daran ist sicher, dass es zu jeder Jahreszeit etwas zu sehen gibt, etwas blüht, etwas duftet. Aber, und das finde ich noch viel beachtenswerter, es sind ausschließlich einheimische Gewächse. Andere botanische Gärten müssen mit exotischen Pflanzen bei den Besuchern Punkte sammeln, weil die einheimische Flora vielen nicht spektakulär genug erscheint. Das hat Kirstenbosch nicht nötig – die Flora Südafrikas hat immens viel zu bieten, und spektakulär ist sie auch. Einzigartig an Kirstenbosch ist, dass man an einem einzigen Tag die ganze florale Vielfalt des Landes kennenlernen kann und somit bestens vorbereitet ist, wenn man in der Folge noch andere Regionen Südafrikas besucht. Und das ermöglicht einem, diesen gesegneten Flecken Erde nochmal mit ganz anderen Augen zu sehen.

Ich gebe zu: bei einem Aufenthalt am Kap gibt es unzählige Dinge zu tun und zu sehen und oft weiß man gar nicht, besonders wenn man zum ersten Mal in Südafrika ist, wofür man sich entscheiden soll. Meist ist ja zudem noch die Zeit knapp und man muss eine Auswahl treffen. Doch eines kann ich versprechen: wenn man Kirstenbosch besucht, macht man nichts falsch und man wird es auch nicht bereuen. Dieser botanische Garten zählt nämlich mit vollem Recht zu den schönsten der Welt und bereichert den Blick auf Südafrika und seinen einzigartigen pflanzlichen Reichtum aufs Trefflichste und Kurzweiligste. Mein Wort darauf!

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