Leckere Chutneys aus grünen Tomaten

Was haben jetzt grüne Tomaten mit Afrika zu tun? Für mich ganz viel. Gerade, wenn ich an Reisen nach Sambia, Tansania oder Uganda zurückdenke und daran, wie oft wir am Straßenrand Obst und Gemüse für den Abend gekauft haben. Viele Male freuten wir uns in diesen Ländern auf einen süß-fruchtigen Tomatensalat zu Gegrilltem, bekamen aber nur Tomaten, die eher grün denn rot waren. Der daraus gemachte Salat war zwar meist nicht schlecht, aber eben auch keine Offenbarung. Dabei ist es so einfach, aus unreifen Tomaten eine Offenbarung zu machen, gerade, wenn man ohnehin Fleisch oder Gemüse grillt.

Tomaten in allen Reifegraden
Tomaten in allen Reifegraden – Tansania

Nachdem Heinz heuer so extrem viele Tomaten ernten konnte, ein Teil davon aber leider nicht mehr reif wurde, haben wir uns auf die Suche nach Verwertungsmöglichkeiten für grüne Tomaten gemacht und sind dabei auf Chutneys gestoßen. Und in dieser Form sind die unreifen Paradiesäpfel wahrlich eine Offenbarung! Das Gute daran: man kann auch kleine Portionen davon zubereiten, man kann Zutaten der jeweiligen Verfügbarkeit anpassen, gewisse Grundzutaten sind in jedem Land erhältlich – und das Zeug schmeckt immer verdammt lecker. Also ideal für die Bereicherung des Speisezettels unterwegs.

Chutney à la Lagerfeuer

Das Lagerfeuer glüht, das Fleisch grillt auf dem Rost, die Begleitsauce aus grünen Tomaten reduziert nebenher ein und, sollte etwas übrig bleiben, kann sie sogar für ein paar Tage ungekühlt aufbewahrt werden. Was will man mehr?

Wir haben diverse Varianten ausprobiert, Varianten mit Zutaten, die auch in Afrika leicht erhältlich sind, oder wenn doch nicht, ganz leicht ausgetauscht werden können.

Variante 1
500 g grüne Tomaten
2 Zwiebeln
1 EL Salz
100 g Datteln (ersatzweise Feigen oder feste Bananen)
150 ml milder Essig (sauren Essig entsprechend verdünnen)
200 g Zucker
Kleingehackte Chilischoten je nach Schärfe und Geschmack
3 EL scharfen Senf oder Senfpulver nach Geschmack
fein oder grob gemahlener Bockshornkleesamen
1 EL Kurkuma

Variante 2
500 g grüne Tomaten
1 Zwiebel
1 Apfel
3 Knoblauchzehen
4 cm geriebener oder fein gewürfelter Ingwer
1 EL Salz
Saft einer halben Zitrone
150 ml milder Essig (sauren Essig entsprechend verdünnen)
150 g Feigen (ersatzweise Datteln, Rosinen oder fein gewürfelter Kürbis)
125 g Zucker
Kleingehackte Chilischoten je nach Schärfe und Geschmack
1 TL Periperi

Zubereitung – immer nach Schema Eff

Tomaten waschen und würfeln (wer Probleme mit der Tomatenhaut hat, muss häuten oder besonders fein würfeln), Zwiebeln würfeln, beizugebendes Obst und Chilis würfeln. Zwiebeln (und Knoblauch) glasig schwitzen, Tomaten und Flüssigkeiten wie Essig und Zitronensaft zugeben, Obst, Trockenobst oder Kürbis je nach Garzeit beimengen, mit Gewürzen abschmecken und nach 45-60 Minuten vom Feuer nehmen. Wenn alles gegessen werden soll: etwas abkühlen lassen und dann guten Appetit!

Soll hingegen etwas bevorratet werden: so heiß wie möglich in mit kochendem Wasser ausgespülte Gläser füllen (auf feuchte Tücher stellen und vorsichtig befüllen, damit die Gläser nicht springen), mit kochendem Wasser ausgespülte Deckel aufschrauben, die Gläser auf den Kopf stellen und abkühlen lassen. Hält sich ungekühlt sicher mehrere Tage, gekühlt bis zu einem halben Jahr – doch wem ist es schon vergönnt, so lange unterwegs zu sein…?

Auf afrikanischen Märkten sind eine Menge Zutaten und Gewürze zu finden, die man anstatt der genannten oder auch zusätzlich beigeben kann: Mangos, Papayas, einheimische Pfläumchen, Monkey Oranges, Tamarinde, Baobab, Currymischungen, Masalamischungen etcetera, etcetera. Der Phantasie und dem Geschmack sind keine Grenzen gesetzt,es kann nach Lust und Laune variiert werden – lecker wird es immer. Und wenn man wieder daheim ist, kann man fröhlich weiterexperimentieren.

Grüne Tomaten – Giftalarm?

Tomaten sind Nachtschattengewächse und grüne Tomaten enthalten, wie zum Beispiel auch die grünen Stellen an Kartoffeln, Solanin. Solanin wiederum ist eine chemische Verbindung, die giftig ist und auch durch Erhitzen nicht „wegzukochen“ ist. Chutney aus grünen Tomaten enthält also auch Solanin und sollte, obwohl es so lecker schmeckt, nicht im Übermaß genossen werden.

Unreife Tomaten haben einen Solaningehalt von 9 bis 32 mg pro hundert Gramm, erste Vergiftungserscheinungen treten bei uns Menschen ab einem Genuss von ca. 2-5 mg pro Kilogramm Körpergewicht auf. Wir machen also, mal angenommen, Chutney aus 500 g grünen Tomaten mit einem Maximalgehalt an Solanin. Ergibt einen Gesamtgehalt von 160 mg Solanin für die gesamte Menge an Chutney. Is(s)t man zu zweit, wiegt, mal angenommen, 60 kg und 75 kg und will unter der kritischen Grenze von 2 mg pro Kilo Körpergewicht bleiben, dann kann man das gesamte Chutney somit bedenkenlos verzehren. Also keine Sorge. Und wenn doch, dann ersetzt man eben ein paar grüne Tomätchen mit röteren oder Obst oder Zwiebeln oder was auch immer. Es wird so oder so tierisch gut schmecken!

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