Über mich

(Fast) alle Wege führen nach Afrika

In der Regel halte ich nicht viel von „Über-mich-Seiten“, denn sie sind oft sehr nichtssagend. Und aus diesem Grunde war auch kein derartiger Beitrag auf meiner Website geplant. Doch nun, da mich immer wieder Anfragen zu meiner Person erreichen, möchte ich mich doch kurz vorstellen. Kurz? Na ja, könnte auch etwas länger werden; wie immer halt, wenn ich ins Schreiben komme …

Also, mein Name ist Barbara, Jahrgang 1967, wohnhaft in München, reisefreudig mit speziellem Fokus auf Afrika. Schon als Kind hat mich dieser Kontinent wie magisch angezogen und heute ist das noch genau so. Und jeder Mensch muss eben seinen Weg gehen, ob er will oder nicht. Wo dieser Weg endet, das wissen wir alle, welch verschlungene Routen er bis dorthin allerdings nimmt, ist nicht vorherzusehen. Oft aber werden schon in frühester Kindheit Grundsteine für den groben Streckenverlauf gelegt – ein Verlauf, der zwar stets variabel bleibt, die Lebenstour in gewisser Weise jedoch positiv beeinflussen, mannigfaltig fächern, bereichern und, im Idealfall, sogar mehrspurig machen kann. Meine Eltern haben genau dieses Kunststück geschafft und mir mit ihrer Erziehung und Liebe unzählige Perspektiven und „Fahrspuren“ eröffnet. So düse ich heute mit guter Bodenhaftung auf meiner Haupt-Pad dahin, Stoßdämpfer mildern so manche Unebenheit des Lebens, ein inneres Navi manövriert mich aus hinterhältigen Sackgassen, es gibt eine Panoramastraße, Parkplätze, Tankstellen, attraktive Umwege und – ganz wichtig – eine Erholspur. Diese wurde mir praktisch in die Wiege gelegt: die extreme Naturverbundenheit meiner Eltern, ihre Detail- und Erklärungsfreude und, nicht zuletzt, ihre reichhaltige Bibliothek, prägten mich von Anfang an. Ich konnte noch nicht lesen, da steckte ich schon mit der Nase tief in Tier- und Pflanzenbüchern, in Grzimeks „Serengeti darf nicht sterben“ und „Kein Platz für wilde Tiere“, fuhr mit meinen Kleinkinderfingern begeistert auf der Weltkarte umher. Sehr früh schon reifte so in mir der Traum von Afrika, das mir bereits damals als Garten Eden dessen erschien, was ich so sehr liebte: Tiere und Pflanzen.

Der Traum blieb allerdings noch lange Zeit ein solcher, denn vor dreißig, vierzig Jahren zählte eine Afrikareise durchaus nicht zum Standardprogramm eines Durchschnittstouristen – es war fern, fremd, gefährlich, unerschwinglich. Dann endlich aber, mit fünfundzwanzig, erfüllte sich meine tiefe Sehnsucht – auf einer dreiwöchigen Südafrika-Tour mit meinem damaligen Freund Hans, mit Zelt, Schlafsack und einem gemieteten, hellblauen City-Golf. Ich stieg in Johannesburg aus dem Flugzeug, atmete tief durch und wusste, meine Ahnung hatte mich nicht getrogen: ich war zuhause, in meiner zweiten Heimat, ich war angekommen. Dieses Gefühl von Geborgenheit umfängt mich nun jedes Mal, wenn ich afrikanischen Boden betrete, jedes einzelne Mal – und das seit fast drei Jahrzehnten.

Es gibt Beziehungen, die halten ewig

Nachdem ich also auf diese Weise meine ersten Afrikaerfahrungen gesammelt hatte, wollte ich den Schwarzen Kontinent einfach nicht mehr missen. Die Beziehung zu meinem ersten Afrika-Begleiter jedoch zerschlug sich nach fast acht Jahren – und nun allein nach Afrika, als Frau? Ja, ja, und nochmal ja! In den folgenden Jahren probierte ich mehrere Varianten, den Kontinent zu bereisen, von Neckermann über Drifters und Individualveranstalter bis hin zu Reisepartnern, die ich übers Internet gefunden hatte. Nicht alles war das Gelbe vom Ei, aber ich lernte auf diese Weise viele afrikanische Länder kennen, und wusste immer genauer, wie ich reisen wollte. Und so kam es, dass ich mit den Reisepartnern, die ich damals im Internet aufgegabelt hatte, auch heute noch unterwegs bin. Man muss nur etwas Geduld haben, dann fügt sich alles.

Und noch etwas fügte sich: Seit langem schon hegte ich eine Vorliebe für Sukkulenten, erfreute mich aber meist nur an ihrem Aussehen und war schon glücklich, mir ein paar Namen merken zu können. Nun wollte es das Schicksal (und das meinte es gut mit mir), dass ich einen pflanzenverrückten Mann kennenlernte, den ich mit meinem Afrika-Virus infizierte. Er „rächte“ sich seinerseits, indem er mich mit seiner Exoten-Freude ansteckte. Mittlerweile waren wir beide bereits siebenmal zusammen im südlichen Afrika unterwegs und die Reiserouten haben sich unter anderem zunehmend auf den Besuch von Sukkulenten-Hotspots eingeschossen. Meine anfänglich eher oberflächliche Freude an sukkulenten Pflanzen ist in der Zwischenzeit einer tiefgehenden Begeisterung gewichen und auch, wenn ich noch viel lernen muss, so bin ich meinem Freund Heinz wissenstechnisch doch auf den Fersen. Und aus jedem Urlaub komme ich mit neuen Erkenntnissen und noch mehr Begeisterung wieder zurück.

Nomen est omen – das Kind muss einen Namen haben

Im Laufe der Jahre bin ich so immer mehr zu einem kleinen „Wadlbeißer“ geworden. Das heißt, dass ich unbedingt genau wissen will, was ich da gesehen habe und nicht eher ruhe, bis es herausgefunden ist. Es macht mir einfach Spaß, stundenlang in Büchern und im Internet zu recherchieren, um wieder eine Sichtung namenstechnisch dingfest zu machen. Bei manchen Pflanzen jedoch stoße ich an meine Grenzen und dann benötige ich Hilfe, die ich mir von Fachleuten hole. Seit Jahren schon bin ich deshalb Mitglied bei inaturalist.org, einem Citizen Science Projekt, einem sozialen Online-Netzwerk von Biologen, Naturforschern und Bürgerwissenschaftlern, das darauf abzielt, die biologische Vielfalt der ganzen Welt abzubilden und sich darüber auszutauschen. Die aufgezeichneten Beobachtungen liefern wertvolle Daten für wissenschaftliche Forschungsprojekte, Naturschutzbehörden und die Öffentlichkeit. Und natürlich trifft man hier, das lässt sich denken, auf viele wissenschaftliche Schwergewichte aus allen Forschungsbereichen, die einem (meistens) weiterhelfen können. Allerdings, und auch das ist verständlich, findet dieser Austausch auf wissenschaftlicher Basis statt, umgangssprachliche Namen spielen nur eine untergeordnete Rolle – ganz einfach deswegen, weil sie zu unpräzise sind. Das ist auch der Grund, warum ich in meinen Reiseberichten fast immer wissenschaftliche Bezeichnungen verwende, denn nur so ist eine Bestimmung eindeutig. So manchem Leser ist das leider schon sauer aufgestoßen, vermutete er doch, ich wolle mich in ein elitäres Licht rücken und das „Fußvolk“ nicht wirklich teilhaben lassen. Doch das ist ganz sicher nicht der Fall und auch nicht meine Absicht! Außerdem, das möchte ich an dieser Stelle ebenfalls betonen, bin ich selbst kein Wissenschaftler, habe beruflich weder mit Botanik noch sonst einer akademischen Disziplin zu tun; ich will’s eben nur genau wissen, ich kleiner „Wadlbeißer“…

Sehenden Auges ins Vergnügen

Was unsere Kameraausrüstung anbelangt, da wir auch das immer wieder gefragt werden: wir haben eine Canon EOS 40D mit einem Tamron 18-400, eine Canon EOS 70D mit einem Tamron 16-300 und einem 150-600. Das wars. Also nix mit dauernd Objektivwechsel, dazu ist es viel zu staubig in Afrika. Und wir zu bequem. Außerdem hat man grundsätzlich das falsche Objektiv drauf, besonders dann, wenn man eigentlich schnell abdrücken müsste. So haben wir uns für die von Profis belächelten „Suppenobjektive“ entschieden und sind sehr zufrieden damit. Damit hat man eine ordentliche Bandbreite an möglichen Motiven – von Landschaft über Tiere-Ranzoomen bis hin zum Macro. Und ich versuche ohnehin, mich beim Fotografieren etwas zurückzuhalten, denn man versäumt so viel, wenn man dauernd den Apparat vor dem Gesicht hat. Trotzdem aber will ich schöne Fotos haben. Deshalb habe ich mir angewöhnt, das Motiv schon vor meinem geistigen Auge abzuchecken, ob es sich lohnt, bevor ich dann wirklich abdrücke. Na ja, ist wohl auch ‘ne berufsbedingte Krankheit (ich bin Grafikerin…). Das einzige Motiv, an dem ich nicht spare, das ist die Pflanze selbst. Detailaufnahmen aller Teile, egal, ob schön, fotogen oder weniger hübsch, erleichtern das spätere Bestimmen ungemein. Trotzdem bemühe ich mich, die jeweilige Pflanze auch einmal in „schön“ abzulichten, denn das hat sie verdient – und in der Regel offenbart auch jedes Gewächs spätestens im Detail etwas Wunderschönes.

There’s no hurry in Africa …

Tja, das war schon fast alles, was ich zu sagen hatte, nur eines fehlt noch. Ich betreibe meinen Reiseblog seit Ende 2007. Jahrelang bediente ich mich dabei der bequemen Tools von blogspot, wurde aber zunehmend unzufrieden mit Dingen wie Typografie, Layout und Bildplatzierung, sodass ich im März 2020 auf WordPress umstieg. Allerdings wollte ich meine früheren Ergüsse nicht einfach auf blogspot liegenlassen, sondern sie in das neue Blogzuhause mitnehmen. Der Import klappte Gott sei Dank auch ziemlich reibungslos, nur die Beitragsgestaltung, die nach blogspot-Kriterien aufgebaut war, importierte sich leider, wenn auch verständlicherweise mit. Deshalb sehen viele der früheren Beiträge optisch nicht wirklich gelungen aus. Doch ich habe mir vorgenommen, immer wieder einen Artikel zu überarbeiten, sodass irgendwann überall das neue Layout zur Anwendung kommt. Nun ja, das könnte ein wenig dauern; immerhin handelt es sich um rund 200 Beiträge.

Trotzdem, so hoffe ich, wird dadurch das Lesevergnügen nicht allzu sehr geschmälert und wünsche weiterhin viel Spaß beim Durchstöbern meiner Seiten.

Mit den besten Wünschen und herzlichen Grüßen,

Barbara