POLYMERTON

BASTELIDEEN MIT FIMO

Fimo ist nicht nur schnöde bunte Knete, mit dem in der Regel Kinder mehr oder weniger hübsche Gegenstände zurechtmodellieren. Nein, ich durfte die Erfahrung machen, dass man, auch und gerade als Erwachsener, sehr spannende Sachen daraus machen kann. Ein paar davon möchte ich hier vorstellen. Dabei ist natürlich immer der Fokus auf bestimmte Art auf Afrika gerichtet.

GENERELLES: Welche Arten von Fimo gibt es?

Der größte Unterschied bei Fimo: es gibt die Knete als lufthärtende Variante und als eine, die man in den Backofen stecken muss, damit sie hart wird. Die lufthärtende heißt Fimo Air und die vergessen wir ganz schnell. Bei der Backofenknete, der einzig vernünftigen Variante, kann man verschiedene Arten kaufen. Fimo professional ist die mit der festesten Textur. Man muss sie richtig heftig kneten, um sie weich zu bekommen. Das ist zu schwer für ganz kleine Kinder – für die gibt es deshalb extra eine besonders weiche Sorte, die Fimo kids heißt. Für unsere Zwecke ist diese allerdings zu weich und klebrig. Aber es gibt ja Gott sei Dank auch etwas dazwischen: Fimo soft. Das ist leichter zu kneten als das Professional, es klebt gut zusammen und man kann es zudem mit besonders spannenden Farb- und Glitzereffekten kaufen. Hier kannst du nachlesen, was alles angeboten wird. Selbstverständlich gibt es auch noch Produkte anderer Hersteller; darauf werde ich in der Folge eingehen. Fangen wir nun aber einfach mal mit Fimo an.

SCHMUCK AUS FIMO IM SAFARI-STYLE

Benötigtes Material

– Fimo
– Teigroller
– kleines Messer
– Schaschlikstäbchen
– Zahnstocher
– Rouladennadeln
– diverses Material zum Strukturieren (von der Stiftkappe über Nägel, Blätter etc.)
– Backpapier
– Klarsichtfolie
– Lederbänder
– Punktierwerkzeug
– Kettenverschlüsse, Draht

Vier einfache Grundtechniken, mit denen man Fimo bearbeiten kann

Damit wir wirklich schönen Schmuck machen können, aber nicht ewig herummachen müssen, zeig ich euch ein paar Techniken, mit denen man auch als Anfänger oder mit kleineren Kindern echt tolle Ergebnisse hinbekommt!

Die Oberfläche durch Muster verändern

Das ist wirklich ganz einfach: du rollst ein Stück Knete flach, schneidest oder stichst eine Form heraus und dann kannst du anfangen, Muster reinzumachen. Dazu kannst alles nehmen, was du in die Finger bekommst. Zahnstocher, Zahnbürsten, ein Blatt vom Baum, eine Kappe von einem Filzstift oder einer Flasche oder ein spezielles Punktierwerkzeug. Probiers einfach mal aus, man kann da echt tolle Muster machen. Und wenn’s nix geworden ist: schnell verkneten und noch einmal anfangen!

Mit dieser Methode ist zum Beispiel das schwarze Blatt mit dem roten Korallenherz entstanden.

So geht’s:
Schwarzes und rotes Fimo auswellen, die Oberfläche des roten mit Zahnstochern, Stricknadeln, Schaschlikstäbchen oder Bleistift/Kuli zerstochern, bis es aussieht wie Schmuckkoralle. Die schwarze Fimoplatte zum Blatt formen und mit Punkten und Linien verzieren. Dann ein rundes Stückchen aus der roten Platte herausschneiden und mit einem Zahnstocher zum Herzchen formen. Das Herzchen auf das Blatt setzen, andrücken und den Rand mit einem Zahnstocher mit dem schwarzen Fimo durch Pieksen verbinden. Rotes Fimo auswellen, das Blatt drauflegen und das rote ein klein bisschen größer ausschneiden. Den roten Rand nach oben biegen und mit dem Zahnstocher korallig machen. Loch für das Lederband bohren – fertig!

Hier kannst du noch genauer nachlesen und viele andere Dinge rund um Fimo entdecken.

Verzierungen aus Fimoteilen anbringen

Das ist eigentlich selbsterklärend: eine Fimoplatte formen und einen Kreis oder Herz oder was auch immer ausschneiden oder mit einer Plätzchenform ausstechen. Dann aus Fimo, gleichfarbig oder andersfarbig, dünne Röllchen, Kügelchen oder was dir sonst noch einfällt, formen und die Grundform damit verzieren. Gut andrücken, damit es auch hält. Sollte trotzdem mal nach dem Backen was abfallen: ein Tropfen Uhu oder Sekundenkleber genügt!

Man kann natürlich auch mit zwei Farben arbeiten. Hier zum Beispiel eine dunkelblaue Platte in Form einer Feder oder eines Blatts. Mit Zahnstochern legt man die Rippen nach, die blau bleiben sollen, dann breitet man eine dünne Platte in einer zweiten Farbe darüber und drückt diese sorgfältig fest. Anschließend ritzt man mit einem Messer auf beiden Seiten eines jeden Zahnstochers entlang. Zum Schluss muss man nur noch die Hölzchen entfernen und die Ränder des Fimo etwas nachglätten. Schön sieht es aus, wenn man jetzt noch kleine Rippen hineindrückt und das Aufhängeloch mit winzigen Kügelchen verziert.

Einen Swirl drehen

Das sieht super aus, aber irgendwie auch ganz schön kompliziert, oder? Ist aber ganz einfach!

So geht’s:
Also, Farben nach Lust und Laune aussuchen, aus jeder ein langes, dünnes Würstchen rollen. Dann die Würstchen zusammenfassen, drehen, bis sie wie ein Seil aussehen. Das Teil erneut zu einem langen, dünnen Würstchen rollen, in vier gleich lange Teile schneiden, zusammenfassen, zum Seil drehen, lang und dünn rollen, in vier Teile schneiden, zusammenfassen. Noch einmal rollen, aber nur so, dass die einzelnen Stränge zusammenhalten. Dann daraus ein Bällchen formen und dieses zu einer glatten Kugel rollen.

Und jetzt wird geswirlt! Dazu das Bällchen auf eine glatte Unterlage legen und mit etwas glattem, stabilem, durchsichtigem (ich habe den Deckel einer Tupperschüssel genommen) die Kugel immer in einer Richtung mit kreisförmigen Bewegungen rollen. Es entsteht eine Art Doppelkegel , um dessen beide Spitzen sich der Swirl bildet. Ob er schön ist und ausreichend swirlt, kann man super durch das Tupperdeckelchen beobachten. Am besten aber, du siehst dir dazu ein Video an, das du ganz unten auf dieser Seite findest, denn der Swirl-Vorgang ist ein bisschen schwer zu erklären. Auf der Seite mit dem Video sieht man aber super, woraufs beim Swirlrollen ankommt.

Ist der Swirl fertig, stellst du ihn eine Weile in den Kühlschrank und bohrst dann vorsichtig mit einer Rouladennadel ein Loch für die Lederschnur vor, gehst dann mit dem Zahnstocher durch und zum Schluss mit dem Schaschlikspieß. Wenn das Fimo auskühlt, wird es stabiler und verformt sich nicht so beim Bohren. Und wenn man beim Bohren mit was Dünnerem anfängt, geht es auch einfacher und formschonender. Fertig! Und gleich noch einen Swirl machen? Das ist nämlich echt spannend – jeder Swirl wird anders…

Musterperlen machen

Jetzt sind wir gleich durch und du kannst wunderschönen Schmuck machen! Die letzte Technik nennt sich MILLEPUNTI – das ist italienisch und bedeutet TAUSEND PUNKTE. Und die machen wir uns jetzt! Man kann ganz tolle Muster damit erzeugen und die Leute rätseln lassen, wie man das wohl gemacht hat. Es sieht nämlich kompliziert aus, ist aber gar nicht so schwer!

Nehmen wir doch mal 3 Farben. Dann rollen wir Würstchen und wählen eine Farbe als Kern aus. Dieses Würstchen bleibt ein Würstchen, die beiden anderen Farben müssen wir aber plattformen. Die Fimostücke sollten dann so groß sein, dass wir den Kern drin einwickeln können.

Der Kern, eingewickelt in Farbe 1 und dann 2, liegt nun vor uns. Wir schneiden die gewickelte Wurst an beiden Enden sauber ab, rollen sie länger und dünner und teilen sie dann in 4 gleich lange Teile. Die fügen wir zusammen und rollen wieder eine ordentliche Wurst draus. Dann sammeln wir alles an Endstücken und farbverfälschten Resten, was bis jetzt angefallen ist und rollen uns daraus Kugeln in Wunschgröße. Unsere Millepunti-Wurst schneiden wir nun in dünne Scheiben und bedecken damit die Abfall-Kugeln. Danach daraus eine Kugel rollen, die eine glatte Oberfläche hat – und schon sind ein paar Millepunti-Perlen fertig.

Man kann diese Technik natürlich variieren: mehr Farben oder nur zwei, dünne Würstchen oder dickere, etc. All das beeinflusst den Look dessen, was dann mal rauskommt. Da sind die Möglichkeiten schier unendlich!

TIPPS UND TRICKS

Leisten zum Auswellen
Wenn man das Fimo auswellt und links und rechts davon eine Vierkantleiste platziert, auf denen das Nudelholz laufen kann, erhält man garantiert gleichmäßig dicke Fimoplatten

Klarsichtfolie zum Ausstechen
Sticht man nun mit einer Plätzchenform ein Stück aus so einer Platte, bekommt man relativ gerade, eckige Kanten. Legt man vorher jedoch ein Stückchen Klarsichtfolie auf das Fimo und lässt die Folie beim Ausstechen drauf, so zieht es die Folie mit nach unten – und unsere Kanten werden automatisch abgerundet!

Backpapier, Wachspapier oder Folie zum Auswellen unterlegen
Zum Auswellen, zum Arbeiten mit Fimo generell, ist es gut, Backpapier oder ähnliches unterzulegen, damit nix festkleben kann. Denn wenn das Fimo durchs Kneten weich und wärmer wird, wird es automatisch auch klebriger. Es ist dann echt ärgerlich, wenn man etwas schön modelliert hat und man bekommt es nicht heil abgelöst.

Noch eine Möglichkeit, Löcher zu machen
Man kann auch das Schmuckstück im Ganzen backen, abkühlen lassen und dann erst mit der Bohrmaschine Löcher reinbohren. So ist man sicher, dass sich nichts verformt. Beim Bohren aber sollte man den Bohrer langsam in das Schmuckstück treiben, damit man das Material nicht sprengt. Und bei größeren Löchern besser erst mit einem kleineren Bohrer vorbohren, bevor man zum großen Loch erweitert.

Schlauer Knoten im Lederband
Der schlaue Knoten nennt sich Schiebeknoten. So ein Knoten ist total praktisch, um damit die Länge eines Halsbands aus Leder zu regulieren. Heute kurz, morgen lang? Kein Problem! Und es hängen keine lästigen Bänsel-Enden in der Gegend rum und kitzeln dich am Hals!

Weitere Ergebnisse unter Verwendung der Grundtechniken

Dekopflanzen aus Polymerton

Meine trockenheitsliebenden Schätzchen hatte ich euch ja bereits in einem anderen Post vorgestellt – allerdings ohne große Erklärung. Die kann ich hier natürlich auch nicht leisten, denn das, was man am dringendsten braucht, um möglichst echt wirkende Nachahmungen von was auch immer herzustellen, ist ein Auge für die wesentlichen und charakteristischen Details. Und das ist und bleibt ganz allein Part desjenigen, der die Knetskulpturen anfertigt.

Zur Technik kann ich hingegen schon etwas sagen. Angefangen hat das Sukkulentenprojekt damit, dass ich übers Internet (vermeintlich) günstigeren Polymerton aus China kaufte – 46 Blöcke in allen nur erdenklichen Farben. Man kann sich jede Farbe, die man will, selbstverständlich auch selbst mischen, aber dazu war ich einfach zu faul und die Abbildung der vielen bunten Päckchen viel zu verlockend.

Schnell wurde das China-Fimo geliefert und sah auch live sehr verführerisch aus, sodass ich gleich begann, ein paar Schmuckstücke daraus herzustellen. Das ging auch ganz wunderbar, die Knete ließ sich geschmeidig verarbeiten und die Anhänger sahen toll aus. Das böse Erwachen kam jedoch nach dem Backen und Auskühlen. Das Material wurde nicht richtig hart, fühlte sich ein wenig gummiartig an – und zerfiel in seine Einzelteile, sobald man den Bohrer ansetzte. Oje! Somit war die vermeintliche Chinaknete für die Schmuckherstellung also nicht zu gebrauchen und ich musste mir etwas anderes überlegen.

Mit Einfacherem beginnen

Als ich dann die verschiedenen Farben der Knete so betrachtetet, kam mir die Idee mit den Sukkulenten, die ja lange schon, zumindest als lebende Pflanzen, ein Steckenpferd von mir sind. Gedacht, getan. Ich begann mit Lithops, den klassischen „Lebenden Steinen“, weil mir das am einfachsten erschien – auf die Form bezogen. Man forme eine Kugel, drücke sie ein wenig flach, sodass sie abgeplattet, elliptisch und nach unten leicht konisch wird, schneide mit einem Messer einen Schlitz in die Oberfläche, ziehe diesen leicht auseinander – und schon ist ein Lithops geboren.

Der sieht, nun ja, nicht wirklich echt aus, weshalb ich begann, mit verschiedenen Farben „Fenster“ in die Oberfläche einzuarbeiten und recht simple, aber wirkungsvoll echt aussehende Knospen zu formen – schon besser! Fehlen nur noch Blüten. Doch wie machen? Die Blüten der Lithops, die zu den Mittagsblumen (Mesembryanthemaceae) gehören, ähneln in gewisser Weise denen von Gänseblümchen. Doch so feine einzelne Blütenblätter sind viel zu aufwendig herzustellen.

Also griff ich zu einem Trick. Man nehme eine leere Dose von Stapelchips, bohre ein Loch in den Plastikdeckel, lege eine Klarsichtfolie drauf und mache ein deckungsgleiches Loch hinein, Dann formt man eine kleine Knetekugel in Blütenfarbe (hier empfiehlt sich das echte Fimo!), und drücke diese so in das Loch, dass unten ein kleiner Stil entsteht und eine flachgedrückte Fimoscheibe auf der Folie aufliegt. Dann mit einem schmalen Messerrücken mehrfach um den Mittelpunkt Kerben in die Knete drücken. Als nächstes eine winzige weiße Knetekugel in die Mitte geben und radial flachstreichen, dann erneut mit dem Messerrücken Kerben reindrücken, bis die Blüte fein geriffelt ist. Zuletzt ein gelbes Fimokügelchen in einer Kuhle in der Mitte festdrücken und mit der Nagelschere zwei- bis dreimal in Fransen schneiden.

Dann löst man die Blüte vorsichtig aus dem Loch im Plastikdeckel und von der Folie, nimmt sie am Stil und schneidet mit der Nagelschere Schlitze und Kerben in den Blütenrand. Und so kann man die Blüte dann auch brennen. Wenn sie sich dabei ein wenig wellig verformt, ist das weiter nicht schlimm, denn so sie sieht umso natürlicher aus. Ist die Blüte dann gebrannt und abgekühlt, kann der Stil passend zugeschnitten und mit Sekundenkleber in den Lithopsschlitz geklebt werden. Ich habe hierbei eigentlich einen botanischen Fauxpas begangen und die Blüte seitlich versetzt hineingeklebt. Doch platziert man sie in der Mitte, wie es auch in der Natur der Fall ist, wird für meinen Geschmack zu viel von dem charakteristischen Lithops-Spalt verdeckt, was den Wiedererkennungswert mindert.

Komplexere Sukkulenten

Nun wagte ich mich auch an filigranere, komplexere Sukkulenten aus der Mittagsblumenfamilie heran: Argyroderma, Vanheerdea, Ihlenfeldtia und wie sie nicht alle heißen…

Da ist so manches dabei, dessen Verwendung vielleicht nicht ganz klar ist – ich musste auch erst nachschauen.

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