8. April 2011, Koiimasis > Fish River Canyon, Hobas Camp

Und täglich grüßt das Murmeltier. Nein, in diesem Falle sind ausnahmsweise die Klippschliefer dafür zuständig, ansonsten aber gestaltet sich unser Morgen wie auch schon der gestrige. Früh sind wir auf den Beinen, alle Zaungäste versammeln sich und unter deren wachsamen Augen setzen wir die, zugegebenermaßen, nicht ganz uneigennützige Bröselproduktion in Gang. Nach dem Frühstück allerdings folgt heute kein süßer Müßiggang, sondern der Abbruch unseres Lagers, denn eine weitere Tagesetappe steht bevor: 380 Kilometer Schotter- und Teerpiste bis zum Hobas Camp am Fish River Canyon. Das ist zwar keine Monster-Distanz, aber Zeit zum Trödeln haben wir auch nicht wirklich, weshalb wir gleich zügig loslegen. Schnell ist unser Hab und Gut gepackt und im Auto verstaut, etwas wehmütig verabschieden wir uns dann von dem luxuriösen Duschgemach, von den bestöpselten Waschbecken, von dem wundervollen Blick in die Landschaft und natürlich von all unseren neuen Freunden – den Klippschliefern, den Felsenratten, den Käfern und den hungrigen Vögeln, die nun bis auf Weiteres ihr karges Dasein ohne unsere Brosamen werden fristen müssen. Bevor wir jedoch endgültig ins Auto klettern dürfen, erhalten wir noch Besuch von zwei Baumhopfen mit glänzendem Gefieder und ein Verreaux-Adler zieht seine Good-Bye-Kreise über uns; dann aber schaffen wir es doch, uns loszueisen. Gegen 10 Uhr (immerhin) erreichen wir das Farmhaus, bezahlen und nehmen noch ein feines Stück Wild-Filet für heute Abend mit an Bord.







Freunde suchen, Freunde finden, Freunde verabschieden…

Nun steht unserer Abreise nichts mehr im Wege, so denken wir jedenfalls, aber allein für die lumpigen zwanzig Kilometer bis zur D707 benötigen wir mal wieder über eine Stunde. Ein paar rehäugige Steinböckchen springen über die wogende Ebene und wollen beobachtet werden, genauso wie auch die Horde fröhlicher Löffelhunde, die übermütig durchs hohe Gras tollt und dabei unseren Weg kreuzt, außerdem klettern in den Felsen lautstarke Paviane umher und lenken ebenfalls unsere Aufmerksamkeit auf sich. Okay, da wir nun ohnehin schon wieder angehalten haben, können wir doch gleich zudem noch die örtliche Botanik unter die Lupe nehmen, nicht wahr?! Und die präsentiert uns alte Bekannte, aber auch Neues: Sesamum triphyllum zeigt freizügig seine uns bereits vertrauten Kelche; saftige, rosarote Malvenblüten recken ihren pink gestreiften Flor der Sonne entgegen, die rostrot-gelben Blüten des Petalidium setosum hingegen sind bereits etwas vertrocknet, so dass wir nicht in den vollen Genuss der wunderschönen, bunten Blumenbällchen kommen, die für das Acanthus-Gewächs so typisch sind. Auch die Rogeria longiflora begegnet uns erneut, in diesem Falle jedoch in unbelaubtem Zustand und ohne Blüten; dafür aber strotzen die holzigen Stängel vor Samenständen. Genau die hatten wir bei unserem letzten, prächtig blühenden Exemplar auf dem Welwitschia Drive vermisst und freuen uns deshalb tierisch, die hartschaligen Kapseln, über die wir schon einiges gelesen haben, endlich persönlich in Augenschein nehmen zu können. Diese hübschen Gebilde nämlich – mit ihrem Doppelgehörn und der leicht aufgebogenen Spitze wirken sie ein bisschen wie Aladins Hauspantoffeln – bergen ein faszinierendes Geheimnis: die Kapseln bestehen aus je zwei Samenkammern; die erste wird gleich nach dem Ausreifen der Saat in die Umgebung entleert, die zweite hingegen, sie enthält etwas weniger Samen, verbleibt geschlossen an der trockenen, toten Pflanze, bis die Kapsel so verwittert ist, dass auch sie die Saat freigibt. Durch dieses raffinierte Dosierungskonzept wird unnötige Konkurrenz unter den Sämlingen vermieden. Der Verrottungsprozess jedoch kann Monate, ja, sogar Jahre dauern – eine Zeitspanne, die der Inhalt idealerweise unbeschadet überleben sollte: mit der extrem harten Schale des Samenstandes, dessen unglaublicher Stabilität und den beiden spitzen Hörnern schützt die Pflanze ihre Keimzellen vor allzu gierigen Fressfeinden, bis die richtige Zeit gekommen ist, sie in die Botanik zu entlassen. Natürlich testen wir die in Büchern beschriebene Unkaputtbarkeit gleich vor Ort – und die Hülsen erweisen sich tatsächlich als so widerstandsfähig, dass es uns nicht gelingt, sie ohne schwereres Werkzeug zu öffnen und in ihr Innerstes zu spähen. Doch ob nun mit oder ohne diesen Beweis: derart ausgefeilte Arterhaltungsstrategien fesseln uns mit ihrer Simplizität und Funktionalität, versetzen uns jedes Mal wieder in Erstaunen und unsere Achtung vor der Natur steigt stets noch ein wenig mehr.






1) Samenstand der Rogeria longiflora; 2) Petalidium setosum; 3) Eine von 159 Malvenarten






1) Sesamum triphyllum; 2) Löffelhunde verabschieden uns; 3) Schildergewirr am Farmeingang

Nachdem wir dieses Konstruktions-Wunder gebührend bewundert und selbstverständlich noch ein paar der Pantöffelchen zum Behufe der Zucht in heimischen Blumentöpfen eingesammelt haben, schlichten wir uns wieder ins Auto, biegen bald darauf auf die D707 und genießen die Panoramaroute durch die gigantische Landschaft der Tirasberge. Nach traumhaften 65 Kilometern schließlich treffen wir bei Neisip auf die C13, die uns weiter Richtung Süden führt, weg von den Bergen, hinein in eine weit weniger reizvolle Landschaft, und wir beeilen uns nunmehr, das kleine Städtchen Aus zu erreichen, um bei der dortigen Touristeninformation einen bis dato unbestätigten Sachverhalt zu überprüfen, der uns seit Tagen schon Sorgen macht. Einschieh, unsere mehr oder weniger wohlunterrichtete Plaudertasche nämlich hatte uns auf Sophia Dale eine Nachricht ins Ohr gequäkt, die uns so gar nicht in den Kram passt. Die Fähre, die bei Sendelingsdrif über den Oranje schippert, so beteuerte Einschieh, sei aufgrund des vorangegangenen Hochwassers außer Betrieb. Details zeitlicher und kausaler Art allerdings konnte sie uns nicht liefern, weshalb wir immer noch deutliche Zweifel an ihrer Behauptung hegen (wenn Einschieh das wüsste, hätten wir sicher nichts mehr zu lachen…). Da wir aber in einigen Tagen in den Richtersveld Nationalpark möchten, sind wir weitestgehend auf diese Fähre angewiesen; zwar gibt es eine Alternativroute, doch die Strecke über Noordoewer, Port Nolloth und Alexander Bay würde einen Umweg von mehreren hundert Kilometern bedeuten. Und den würden wir uns natürlich gerne ersparen; vorausgesetzt, wir bekommen jetzt eine hundertprozentig zuverlässige Auskunft über den aktuellen Zustand der Fähre.
Wohlgemut und voller Zuversicht, das Ganze klären zu können, kurven wir deshalb nun auf den Parkplatz des Infocenters und Annette stürzt sich unverzüglich durch die Türen des recht neu wirkenden Gebäudes. Heinz verschwindet währenddessen in einem benachbarten Gewächshaus und ich nutze das Vier-Balken-Handynetz, um meinen Eltern ein telefonisches Lebenszeichen zu übermitteln. Fünf Minuten später, gerade als ich auflege, kehrt Annette mit sichtlich enttäuschtem Gesichtsausdruck zu uns zurück, denn leider hatte sich der erhoffte Quell der Information als knochentrockener Brunnen erwiesen. Die ahnungsfreie Dame, die uns mit gegenwartsnahen News versorgen sollte, war bedauerlicherweise blank wie ein unbeschriebenes Blatt Papier: sie wusste nicht mal, dass die Fähre in den vergangenen Wochen ihren Betrieb eingestellt hatte und war zudem befremdlicherweise auch nicht in der Lage, kundigere Kollegen bei einer zuständigen Stelle anzurufen. Folglich konnte sie uns natürlich auch keine relevanten Telefonnummern nennen, die uns ermöglicht hätten, die Sache stante pede selbst in die Hände zu nehmen. Ein „Erfolg“ auf ganzer Linie also; aber gut, dann müssen eben unsere Lieben in der Heimat herhalten…






Die Vorfreude auf das Richtersveld steigt: Muster-Sukkulenten im Gewächshaus bei der Touristeninformation

Annette ruft sofort ihren Sohn in Deutschland an und beauftragt ihn, die Nummer der südafrikanischen Nationalparkbehörde herauszufinden, was dieser verlässlich und auch prompt erledigt. Dann endlich kommt Bewegung in die Sache: Jochen nimmt von der diensthabenden Nationalparkangestellten, die ein recht knautschiges Englisch spricht, die direkte Durchwahl nach Sendelingsdrif entgegen und wählt erneut, nachdem er sicher ist, die korrekte Nummer notiert zu haben. Ein Herr am anderen Ende der Strippe unterrichtet ihn in gediegenem Englisch, das keinen Raum für Missverständnisse lässt, über die aktuelle Lage vor Ort: das Führungskabel der Fähre sei gerissen und somit der Übergang Sendelingsdrif bis auf Weiteres nicht nutzbar. Mist, Mist, Mist, das hatten wir eigentlich nicht hören wollen! Aber es hilft ja nichts; wir wollen unter allen, auch noch so widrigen Umständen ins Richtersveld und werden nun wohl oder übel den Riesen-Umweg auf uns nehmen müssen. Aber das ist schon eine sehr stramme Strecke, die uns da in ein paar Tagen erwartet! Tapfer schlucken wir unsere Enttäuschung jedoch vorerst hinunter und überlegen stattdessen, was es in Aus noch alles zu erledigen gibt. Tanken, zu Beispiel. Wir sammeln Heinz ein, der mit roten Bäckchen aus dem Gewächshaus gestapft kommt – er hat dort eine kleine, aber feine Sukkulentenzucht entdeckt – und steuern das Auto zur Tankstelle. Während der Diesel fröhlich in den Tank gluckert, erspähe ich, ein Stück die Straße hinab, ein Postoffice und unsere zahlreichen Postkarten fallen mir wieder ein. Eine Gelegenheit, die es wahrzunehmen gilt – wer weiß, wann und wo das nächste Postamt auf unserer Route liegt – vielleicht kommen die literarischen Kurzergüsse ja doch noch vor uns zu Hause an!
Zehn Minuten später rollen wir dann standesgemäß auf dem Parkplatz des Postamtes vor, wo sich sofort ein sehr ärmlich gekleideter Schwarzer auf uns stürzt und uns seine „Hilfe“ aufdrängt. Annette, die gerade mit all unseren Postkarten aus dem Auto steigen will, wird vom betäubenden Geruch der unsäglichen Alkoholfahne, die dem zahnlosen Mund des Mannes entströmt, offenbar derart umnebelt, dass sie ihm widerstandslos unsere Post in die schmutzigen Hände drückt. Doch natürlich will der Typ erst Kohle sehen, bevor er die drei Meter bis zum Briefschlitz auf sich nimmt. „Nix da!“, macht Annette ihm klar, „Wir haben kein Kleingeld, gib die Karten wieder her, ich gehe selbst!“ Aber der Wegelagerer will seine Beute verständlicherweise nicht mehr herausrücken. Ein minutenlanges, pingpongartiges Wortgefecht folgt. „Money!“ „No, give the cards back!“ „No,money, Madam!“ „Hey, cards back!“ „No, money, please!“ Eine Weile sehe ich mir das Gehühner an, dann aber platzt mir der Kragen, ich springe aus dem Auto und entreiße dem Knaben entschlossen seine Beute. Völlig überrumpelt und seiner erhofften Einkünfte beraubt, lallt er mich zischend und hasserfüllt an: „Du bist eine sehr böse Frau, du bist eine Hexe! Hol dich der Teufel!“ Speichel sprüht dabei aus seiner leeren Mundhöhle und er rollt drohend mit den Augen, bevor er doch wieder einen Gang zurückschaltet: „Madam, du weißt nicht, wo man das einwerfen muss! Ich zeige es dir!“ – und erneut greifen seine schmuddeligen Finger nach unseren Hochglanzkarten. Diese Penetranz geht mir so auf die Nerven, dass meine Geduld nun endgültig am Ende ist. Hatte er mich nicht gerade eine Hexe genannt? Na gut, dann soll er eine bekommen! Zu diesem Zweck greife ich zu einem alten, aber vielfach bewährten Hausmittel: dem bayrischen Dialekt, der mit seinen vielen Roll- und Zischlauten für fremde Ohren bisweilen recht gefährlich klingen kann. Ich sehe ihm fest in die Augen und beginne, mit beschwörender Stimme einige Zeilen eines alten Volksliedes zu psalmodieren, das mir aufgrund seiner Phonetik höchst geeignet erscheint: „Hurax dax, packs bei da Hax, packs beim Zäh, schmeiß auffi auf d’Häh…!“ Fast augenblicklich tritt die erwünschte Wirkung ein, der Lästling sieht mich entsetzt an (vielleicht hält er mich auch für verrückt), weicht vorsichtig zurück und lässt mich unbehelligt zum klar erkennbaren Briefschlitz gehen, dem ich nun gerne unsere Karten anvertrauen würde. Doch das ist gar nicht so einfach, denn der Kasten ist rappelvoll und quillt schon fast über. Vorsichtig stecke ich meinen Arm samt der Karten in die schmale Öffnung und versuche, den Stapel möglichst schonend in einem kleinen, behutsam geschaffenen Hohlraum unterzubringen, was mir nach einer Weile auch endlich gelingt. So, das wäre erledigt! Zufrieden steige ich unter den halb eingeschüchterten, halb wütenden Blicken des Schwarzen wieder ins Auto, natürlich nicht ohne ein abermaliges „Hurax dax“ in seine Richtung zu flüstern, und wir brausen vom Hof, verlassen auf schnellstem Wege dieses komische Kaff.
„Du meine Güte, Barbara, was hast du dem denn erzählt? Der war ja völlig verstört!“ „Ach, er hat mich eine Hexe genannt und das hab ich ihm nur bestätigt.“, erkläre ich leichthin, gleichzeitig jedoch kommt mir ein Gedanke, den ich nicht besonders prickelnd finde, der so abwegig aber auch nicht ist: was, wenn meine Hexenvorstellung nicht nachhaltig genug war und nun, da ich weg bin, die offensichtliche Furcht des armen Schluckers vor meiner „übernatürlichen Macht“ ganz natürlichen, menschlichen Rachegelüsten weicht? Sinnierend sehe ich meinen gut gepolsterten Erste-Welt-Unterarm an, den ich mit Müh und Not auf halbe Länge in den Schlitz gezwängt hatte, vergleiche ihn vor meinem geistigen Auge mit der mageren Elle-Speiche-Konstruktion des alkoholisierten Mannes und komme zu dem Schluss, dass unsere Post schlechte Karten haben könnte. Der Knabe war so zaundürr, dass es ihm ein Leichtes wäre, seinen Arm bis zur Schulter in den schmalen Briefschlitz zu stecken, unsere griffig gestapelte Post wieder aus dem Kasten zu holen und sie einfach in die Gosse zu befördern. „Ach komm, ne, das glaub ich ned. Warum sollte er das tun?“, werde ich beruhigt. Ja, warum sollte er das tun? Vielleicht bin ich ja wirklich ein böse Person, denn nur solche kommen, von ihren eigenen Gedanken Rückschlüsse auf die anderer ziehend, auf derartige Ideen… Nein, hurax dax, ich bin einfach nur ein bisschen misstrauisch, da ich im Laufe meines Lebens schon in genügend Abgründe menschlicher Seelen und Gehirne blicken durfte. Aber wahrscheinlich mache ich mir in diesem Falle ohnehin völlig unnötige Sorgen, denn der Knabe war viel zu besoffen, als dass er derlei Gedankengänge, sollte er sie tatsächlich haben, in die Tat umsetzen könnte.
Also lege ich das Thema ad acta (übrigens kamen die Karten allesamt an, wenn auch etwas nach uns) und konzentriere mich stattdessen auf die Landschaft, die rechts und links der vorbildlich geteerten B4 an uns vorüberzieht. Und obwohl die Kulisse bei weitem nicht mehr so pittoresk ist wie die der Tirasberge, so gibt es dennoch genug zu sehen. Auf den folgenden knapp 200 Kilometern bis Keetmanshoop unternehmen wir, unter diesem Motto könnte man es betrachten, eine erdgeschichtliche Erkundungsreise: von der rund zwei Millionen Jahre alten Sedimentkruste, die Aus umgibt, tauchen wir ein in die sogenannte Nama-Gruppe, die etwa 590 Millionen Jahre auf dem Buckel hat, verjüngen uns anschließend in der Karoo-Sequenz um gut 350 Millionen Jahre, um letztendlich, im Post-Karoo-Komplex um Keetmanshoop weitere 100 Millionen Jahre gutzumachen. So wenigstens zeigt es mir die grobe Karte in der Umschlagklappe meines Geologie-Handbuchs. Nun bin ich ja auf diesem Fachgebiet ein absoluter Frischling und all das klingt so theoretisch, sagt mir so wenig, das ich den Führer wahrscheinlich ziemlich bald wieder aus der Hand gelegt hätte, würde mir nicht die Natur das Gelesene mit markanten Beispielen veranschaulichen.






1) Schwarzrand-Zeugenberge; 2) Fish River mit Blick auf den Schlangkopf; 3) Schlangkopf

Sedimentablagerungen auf dem Kalahari-Kraton, Festlandsockel kaum durch die tektonischen Kräfte der Damara-Gebirgsbildung beschädigt, Schichtstufe der Schwarzrand-Untergruppe, metamorphe Gesteine, Tonschiefer, Erosion, Denudation, Deflation, Zeugenberge – so steht in meinem Buch furztrocken geschrieben. Aha, soso, denke ich mir etwas gelangweilt und verstehe nur Bahnhof, als justament in diesem Augenblick Berge an uns vorbeiziehen, die sich deutlich aus der relativ ebenen Landschaft erheben und, offensichtlich geschützt durch einige dunkle, harte Gesteinsschichten kurz unterhalb der flachen Gipfel, der flächenhaften Abtragung (ist gleich Denudation und Deflation) widerstanden haben. Hah, da haben wir sie doch, die soeben erwähnten Zeugenberge! Kurz darauf, die Straße fräst sich gerade durch einige flache Hügelketten, erhalte ich die nächste geologische Erhellung: rechts und links von uns türmen sich schwarz-grüne Schieferplatten-Stapel auf; es sind quasi die durch den Straßenbau verursachten, nun sichtbaren Wundränder jener Sediment-Gesteinsschichten, deren dunkle Farbe dem Schwarzrand zu seinem Namen verholfen haben. Angesichts ihres wellenartigen Schichtungsverlaufs kann man sich die tektonischen Vorgänge, die zur Aufwerfung des Tonschiefers geführt haben, plastisch vorstellen und der trockene Buchtext klingt mit einem Mal viel lebendiger. Begeisterung beginnt sich in mir zu regen. Begeisterung darüber, dass ich etwas, was mir vorher wahrscheinlich entgangen wäre, nun mit völlig anderen Augen sehen kann. Und auch Begeisterung über die stille Schönheit der ebenmäßigen Schieferplatten, deren Farbe trotz des mittlerweile recht bedeckten Himmels förmlich leuchtet und deren Struktur einladend samtig wirkt. Mhm, mit diesen Platten könnte man prima einen Fliesenhandel eröffnen und wunderschöne Naturbäder gestalten; es muss ja nicht immer Koiimasis-Granit sein…
In Gedanken entwerfe ich gerade meinen persönlichen Badetempel, als mich ein erneuter Landschaftswechsel aus meinen Tagträumen reißt. Eine Senke tut sich vor uns auf, eine Brücke führt über einen trüben Fluss und ich stelle nach Konsultation der Karte erstaunt fest, dass wir doch tatsächlich schon Dreiviertel der langen Strecke nach Keetmanshoop hinter uns gebracht haben und soeben am Fish River angekommen sind. Sieh einer an – so schnell können Kilometer fliegen, wenn graue Zellen und Augen gleichermaßen beschäftigt sind! Langsam überqueren wir die Brücke, kurven an den Straßenrand und nutzen die Gelegenheit, uns ein wenig die Füße zu vertreten, während wir die deutlich zurückgegangenen, aber immer noch reißenden Fluten bewundern. Allerdings sind wir mittlerweile vom Anblick fließender Gewässer schon so übersättigt, dass wir dieser eigentlichen Sensation nur so lange Aufmerksamkeit schenken, bis unsere Beine wieder entspannt sind und wir den Weg fortsetzen können. Ursprünglich wollten wir ja nun bei Seeheim auf die C12 abbiegen, aber wahrscheinlich – das dämmerte uns bedauerlicherweise erst kurz nachdem wir Aus verlassen hatten – wird sich uns die nächsten fünf Tage keine Möglichkeit mehr bieten, unsere Vorräte aufzustocken. So also liegt, im wahrsten Sinne des Wortes, nichts näher, als jetzt noch einen Abstecher ins 22.000 Einwohner zählende Keetmanshoop zu machen und dort einen Supermarkt zu plündern.






1-2) Fish River; 3) Schilder kurz vor Keetmanshoop

Wir brausen deshalb an der Abzweigung zum Fish River Canyon vorbei und nehmen die zusätzliche 44-Kilometer-Strecke in Angriff, die sich abermals als extrem kurzweilig erweist, da es erneut einige geologische Schätze zu sehen gibt. Gleich nach der Brücke zum Beispiel, am nordöstlichen Horizont, schiebt sich ein markanter Berg in unser Blickfeld: es ist der Schlangkopf, den ich unter Zuhilfenahme meiner neu erworbenen Kenntnisse sofort als typischen Zeugenberg identifiziere. Sein Gipfel wird von einem kecken Doleritmützchen geschützt, das die darunter liegenden Gesteinsschichten vor Erosion bewahrt hat. Doch im Gegensatz zu den tafeligen Zeugenbergen von vorhin ist der Schlangkopf ein nahezu symmetrischer Kegel, der mit seinen sanften Flanken und dem Doleritkäppchen an eine weibliche Brust erinnert. Naja, der Nippel ist ein wenig groß, aber sonst…

Ein paar Kilometer weiter taucht am südlichen Horizont noch etwas Interessantes auf: eine Bergkette, deren einzelne Erhebungen allesamt wie kleine Vulkane aussehen. Schwarze Gesteinsadern umklammern die Kuppen wie dicke Spinnenbeine, wirken aus der Ferne wie erstarrte Lavaströme – und ich schlage sofort erneut mein Buch auf. Leider aber wird diese extrem auffallende Formation mit keinem Wort erwähnt; kein Name, keine Erklärung, nix! Keetmanshoop Dolerit-Komplex, früher Jura, das ist alles, was ich herausfinde. Dieses Informations-Vacuum lässt mir natürlich keine Ruhe und, als ich wieder zuhause bin, beginne ich sherlockmäßig zu recherchieren, bringe das Internet zum Glühen, lade mir einschlägige Dissertationen herunter, bitte sogar die Geological Society of Namibia um Hilfe, komme aber nur in winzigen Schritten voran. Irgendwie will mir das nicht in den Kopf. Dieser Bergstock, der etwa fünfeinhalb Kilometer lang und gute zwei Kilometer breit ist und aus der Luft wie ein erhabener, bösartiger Leberfleck aussieht, ist so markant, dass er doch zumindest einen Namen haben muss! Doch Fehlanzeige. Erst eine Buchempfehlung der Geologischen Gesellschaft bringt Licht in mein Dunkel: es handelt sich um eine ehemals unterseeische Schwelle, die durch tektonische Vorgänge aufgewölbt und von Gesteinsgängen aus Dolerit durchsetzt wurde – das sind die schwarzen „Spinnenbeine“. Nördlich von Keetmanshoop existierte einstmals eine zweite derartige Schwelle, sie aber ist vor Langem schon komplett der Erosion anheim gefallen, da sie von einer weicheren Sedimentkruste bedeckt war als die, die wir hier vor uns sehen. Danke, Kaarina von der Geological Society of Namibia! Jetzt bin ich wieder mit meinem Recherche-Schicksal versöhnt – zumindest fast. Denn auch die nette Geologin konnte mir leider keinen Namen für dieses steinerne Muttermal nennen; kurzerhand taufe ich es deshalb das „Gobas Jura-Melanom“ und bin nun – Monate später – endgültig zufrieden…
Im Augenblick jedoch bleibt uns nichts weiter, als die augenfälligen Berge als weiteren Punkt auf der Recherche-Liste zu vermerken, dem Keetmanshooper Postamt einen bedauernden Blick zuzuwerfen und den erforderlichen Einkauf hinter uns zu bringen, bevor wir nach getaner Arbeit die 44 Kilometer wieder zurückheizen – mitten hinein in ein üppiges Gewitter. Da wir kurz vor Erreichen der Unwetter-Kernzelle auf die C12 abbiegen, prasseln zwar nur dessen Ausläufer auf uns herab, sonderlich begeistert aber sind wir sind trotzdem nicht. Hatten wir nicht gesagt, wir wollen keinen Regen in diesem Urlaub?! Unser Wunsch scheint allerdings nicht in Petrus Gehörgang angekommen zu sein, denn rings um uns herum türmen sich hohe Cumulonimbus-Gebilde, deren abgeplattete Unterseiten deutlich das in den Wolkenbergen schlummernde Gewitterpotential signalisieren. Doch vielleicht tun wir dem armen Petrus auch Unrecht; vielleicht sind dies ja vielmehr die Vorboten von Einschiehs Rache, die uns nun, weil wir ihr nicht geglaubt hatten, schlechtes Wetter auf den Hals hetzt? Wir trauen dem besserwisserischen Plaudertäschchen fast alles zu (wenn auch mit einem Augenzwinkern) und geben deshalb ordentlich Gas, um dem Rachegewölk möglichst rasch zu entkommen. Ein paar Kilometer weiter werden wir jedoch auf unserer Flucht rüde ausgebremst: mitten auf der Schotterstraße stehen zwei große Schilder, auf denen ein unmissverständliches „Road closed“ prangt. Nein, nein und nochmals nein, das darf nicht wahr sein! Fassungslos stürzen wir aus dem Auto und, während wir die Reifenspuren zwischen den beiden Blechtafeln unter die Lupe nehmen, rattern bereits düstere Gedanken über zeitintensive Alternativrouten und massig Zusatzkilometer durch unsere Köpfe. Mhm, tja, leider ist nicht ganz eindeutig zu erkennen, wie frisch die deutlich sichtbaren Reifenabdrücke wirklich sind, aber so richtig uralt sehen sie auch nicht aus. Sollen wir es riskieren? Ein Blick auf die Karte zeigt, dass der einzig kritische Streckenabschnitt eigentlich nur die wenige Kilometer entfernte Durchquerung des Löwenflusses sein kann und ja, das können, das müssen wir riskieren! Immerhin besteht die Möglichkeit, dass die Furt schon wieder passierbar ist und die Schilder schlichtweg noch nicht abgeholt wurden. Und wenn nicht, dann haben wir zumindest nicht allzu viele Kilometer verschwendet, müssen wir uns ohnehin etwas anderes überlegen.






1) Einschiehs Rache kommt auf uns herab; 2) und liegt hinter uns; 3) Klein Karasberge

Voller Hoffnung und uns selbst die Daumen drückend, klettern wir wieder in den Wagen, bringen die nächsten Meilen mit leicht erschüttertem Optimismus hinter uns – und stehen plötzlich vor dem Löwen River. Juhu, juhu, juheirassa, unsere Gebete wurden tatsächlich auf ganzer Flussbreite erhört: es gibt keine Stelle, die tiefer ist als das Schwarze unserer Pneus, das Wasser plätschert glasklar dahin, der Boden erweist sich als griffig-kiesig und wir kommen ohne jegliche Probleme über den zahmen Mini-Löwen. Letzte Zweifel an der Befahrbarkeit der weiteren Route räumt wenig später dann auch noch ein kleiner, entgegenkommender Pkw aus, dessen Insassen uns fröhlich ihre nach oben gereckten Daumen zeigen. Puh, Glück gehabt! Wohlgemut brettern wir nun auf der Schotterpiste, die entlang der Klein Karasberge so manches Augen-Schmankerl bereithält, dahin und mit jedem Kilometer, den wir vorankommen, steigt unsere Laune weiter. Der Himmel klart zusehends auf, Einschiehs Rache-Wetterfront schmilzt in der heißen Sonne förmlich dahin, uns bricht ob der zunehmenden Hitze der Schweiß aus und, als wir bereits wieder gut durchmariniert sind, erreichen wir auch schon die Abzweigung zum Fish River Canyon. Mit den Karasbergen nun im Rücken gibt es ab hier leider nicht mehr viel zu sehen: flaches Land, durchsetzt von wenig spektakulären Hügeln, breitet sich vor uns aus, bis auf einige, sehr ferne Springböcke, Strauße und Zebras gibt es kaum Abwechslung fürs Auge, aber die Minimal-Kulisse steigert unsere Vorfreude auf den Canyon ungemein. Man kann sich kaum vorstellen, dass sich dieses bedeutende Naturwunder irgendwo da hinten, in der Nähe des Horizonts, verbergen soll – ein bis zu 550 Meter tiefer Graben, der die platte Ebene auf beeindruckender Breite von bis zu 27 Kilometern in zwei Hälften zerteilt – und den wir morgen besuchen werden.






1-3) Ausblicke auf der Fahrt zum Hobas Camp

Heute aber haben wir noch knapp 40 Kilometer bis Hobas vor uns, die sich durch die optische Ereignislosigkeit unserer Umgebung zwar recht in die Länge ziehen, uns jedoch auch nicht zum Anhalten verleiten. Und das ist ein unschlagbarer Vorteil – wir kommen endlich mal, entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten, zügig voran und erreichen tatsächlich kurz vor 18 Uhr das Camp. Dort ist der übliche Anmeldungskram schnell erledigt, dann aber beginnt ein echtes Abenteuer: wir müssen auf dem verdammt gut gefüllten Campingplatz eine Site finden, die unseren Ansprüchen gerecht wird und zudem auch noch frei ist. Das jedoch ist für uns einsamkeits-verwöhnte Eigenbrödler am heutigen Tage eine schier unlösbare Aufgabe – so stellt sich jedenfalls nach minutenlangem Gekurve auf dem sandigen Areal deutlich heraus. Nun ja, was soll’s, es ist ja nur für eine Nacht und eigentlich hatten wir es ohnehin nicht anders erwartet. Mit fast masochistischer Freude also quetschen wir uns schließlich auf einen freien Platz am Rande des Geländes, in maximaler Entfernung vom Waschhaus, dafür aber umringen uns – quasi zur „Entschädigung“ – ein französisches Ehepaar mit nöligem Kleinkind, einige musikaffine Jung-Holländer und ein deutsches Senioren-Pärchen, das beim Braaien extrem viel Rauch erzeugt. Nein, bleiben wir korrekt: der Gatte dilettiert, schürt und zündelt angestrengt, seine Angetraute hingegen kommentiert, reklamiert und besserwisst lautstark. Ach, was ist das schön! Und heiß ist es auch und staubig und ungemütlich und laut – schlichtweg ein Traum… Doch davon abgesehen haben wir eigentlich keinen Grund zum Klagen, denn es ist genug Platz für unsere Zelte, unser Auto, unseren Tisch und unsere Stühle, auf die wir uns nun geplättet fallen lassen – und wir haben frisches Bier im Kühlschrank! Was will man mehr?!






1) Campeingang; 2) Meine Begeisterung hält sich in Grenzen; 3) Schreckliche Freunde!

Schwitzend lümmeln wir gerade in unseren Klappstühlen und genießen das erfrischende Hopfengebräu, als mich plötzlich etwas an meiner nackten Wade kitzelt. Nichtsahnend, ich habe ein Schweißrinnsal aus der Kniekehle in Verdacht, wische ich über mein Bein, doch meine Finger berührten nicht die erwartete Feuchtigkeit, sondern einen harten Chitin-Panzer. Erschrocken schaue ich auf meine Wade und blicke direkt in die rotglühenden Augen einer monströsen Sattelschrecke, die sich hartnäckig dort festklammert. Wäh! Mit einem entsetzten Quieker springe ich auf, verschütte fast mein kostbares Bier und versuche, das riesige Insekt durch heftiges Schlenkern der heimgesuchten Extremität abzuschütteln. Plöpp macht es, als das Monster endlich im Sand landet und sich mit einem empörten Schnarren aus dem Staub macht. „Ah, ein Männchen!“, meint Jochen trocken und ohne jegliches Mitgefühl für meine ausgestandenen Nöte. „Wart, Schneck, da sind noch mehr!“, sagt Heinz und entfernt liebevoll grinsend zwei weitere Chitinbestien von der Rückenlehne meines Stuhls, bevor ich mich wieder setze. „Uih, ja, das ist eine richtige Invasion!“, flötet Annette und blickt begeistert in die Runde. Und tatsächlich: sie sind überall! An den Tischbeinen, den Stühlen, dem Auto und auf dem Boden. Wie ein groteskes Heer gepanzerter Aliens scheinen sie alle in unsere Richtung zu schwadronieren. Ach, was sag ich: sie haben es eindeutig auf mich abgesehen; eine Schar von Sattelschrecken marschiert geradewegs auf mich zu und alles, was meine Reisegenossen tun, ist sich über mich und meine Insektophobie zu amüsieren.

Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde, denke ich halb im Spaß, halb im Ernst, als ich mich zur Sicherheit in ein Bollwerk langer Hosen, Stiefel und einer Fleece-Jacke zwänge, die Hitze nebst der hohen Luftfeuchtigkeit tapfer ignorierend. So, jetzt fühle ich mich besser und kann beruhigt an den mittlerweile angelaufenen Vorbereitungsarbeiten fürs Abendessen teilnehmen. Die Nacht hält derweil Einzug, Jochen erhellt unser Tun mit der Benzinlampe und ich schnibble in deren warmen Schein Zwiebeln – voller Eintracht mit einer Sattelschrecke, die sich gemütlich auf meinem bestofften Knie niedergelassen hat. Also, geht doch! Plötzlich jedoch durchschneidet ein entsetzter Schrei Annettes die Idylle, sie wedelt hektisch mit den Armen und der Salatkopf, den sie soeben in Arbeit hatte, landet in hohem Bogen auf dem sandigen Boden. „Iiiieh, mich hat da grad was echt Riesiges angehüpft!“ Ach?! Ist da etwa jemand erschrocken? Vor einer kleinen, süßen Schrecke? Jetzt muss ich ein wenig boshaft grinsen, aber nur ein bisschen, denn die Hüpferinvasion wird minütlich massiver und erreicht bald einen Dichte-Grad, der eine Abschaltung unserer Lampe erforderlich macht und uns zudem nötigt, unser Abendessen im Dunklen einzunehmen. Ohne Licht hält sich das lästige Gehüpfe zwar in erträglichen Grenzen, Gemütlichkeit jedoch will so nicht wirklich aufkommen und wir beschließen deshalb, bald ins Bett zu gehen. Heinz trabt als Erster aufs weit entfernte Klo – hier, in dem Nachbarsgewimmel ist an ein gepflegtes Buschpinkeln leider nicht zu denken – und kehrt nach einer Viertelstunde mit sorgengefurchter Stirn zu uns zurück. „Oh mei, Schneck, da wirst deine Freude haben! Im Waschhaus ist nämlich Licht an und die Türen stehen sperrangelweit offen…!“ Oh Gott, ich ahne Schreckliches, meine volle Blase aber zwingt mich, den unvermeidlichen Gang anzutreten. Klink, klönk, schnarr, surr, klöck, schwirr, so in etwa präsentiert sich die Geräuschkulisse auf der von Hüpfern, Faltern, Schrecken und Schnaken völlig überfüllten Toilette – und ich bin heilfroh, meinen Hintern nach rasch erledigtem Geschäft wieder bedecken zu können und Selbigen unbeschadet in die Sicherheit unseres Zeltes zu verfrachten, wo Heinz schon voller Mitgefühl auf mich wartet. Gute Nacht, ihr Bestien!

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