2. Mai 2007 – Mabuasehube

Kurz vor sieben geht die Sonne da auf, wo gestern noch der Mond stand, taucht die Pfanne in warmes Licht und auch das einzelne Hartebeest, das über den Pfannengrund schlendert, genießt die wärmenden Strahlen. Es ist ein Bock und man sieht, dass er angespannt ist. Bald darauf taucht ein zweites Exemplar auf, fast als hätten sie sich verabredet, und es beginnt ein Duell unter Männern. Zwei Böcke, die mit festen Demonstrationsritualen ihren Standpunkt klar machen, um ihn dann im kurzen Kampf zu vertreten, immer wieder. Groundhorning nennt der Biologe das, was wir geboten kriegen. Ein Gegner kniet sich nieder, reibt seinen Kopf im Sand: Das will ich mit dir machen, Widersacher! Zu Boden mit dir, ich mach dich fertig! Der andere fühlt sich provoziert und schon scheppern die Gehörne aufeinander; man trennt sich, das Spiel geht von vorne los, der andere Bock provoziert. Nach Ewigkeiten des Kräftemessens geht einer der Böcke scheinbar desinteressiert aus dem Ring, der andere folgt ihm, als wäre nichts gewesen, doch bald schon hören wir wieder das Krachen aufeinanderprallender Schädel. Genau so stelle ich mir Frühstücksfernsehen vor!

Tage könnte ich hier noch aushalten, doch wir haben für die nächste Übernachtung eine andere Pan gebucht. Also nix wie hin, natürlich mit Schlenkern über andere Pfannen. Und es tun sich wieder Landschaftsbilder auf, die einfach nur unendlich weit, schnörkelreduziert und gigantisch schön sind. Ein paar Gauckler zieren den Himmel, ein paar Streifengnus schmücken die Landschaft – und mittendrin wir.

Mittags kommen wir voller Eindrücke an der Bosobogolo Pan an und werden dort von zahlreichen Tieren empfangen. Auf der Pfanne, in weiter Ferne stehen Oryxantilopen, an der Einfahrt zur Campsite wachen Erdmännchen und direkt auf dem Platz tummeln sich Tokos, Rotbauchwürger, Laubsänger, Erdhörnchen und Eidechsen. Nach einer sehr kurzweiligen Siesta brechen wir zur Abendrundfahrt um die Pfanne auf und landen nach wenigen Kilometern beinahe mitten in einer großen Oryxherde, die auf dem Weg zum Pfannengrund ist. Wir lassen die ganze Herde dieser majestätischen Tiere fast in Streichelweite an uns vorbeiziehen und genießen das Schauspiel. Ein pastelliger Sonnenuntergang beschließt diesen Traumtag, an dessen nächtlichem Ende wir auch noch von einem Löwen in den Schlaf gebrüllt werden.

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