10. Oktober 2014; Ruhetag im Kokerboomkloof

Spät sind wir gestern zu Bett gegangen – die Einsamkeit war einfach so schön, dass wir sie möglichst lange in wachem Zustand genießen wollten – sind aber dennoch topfit, als wir uns heute frühmorgens aus unseren Schlafsäcken schälen. Recken, strecken, frühstücken, den Tag genüsslich und gemächlich beginnen, was gibt es Schöneres? Den Tag genüsslich und gemächlich fortsetzen! Und das tun wir ausgiebig: nach dem Frühstück stellen wir zunächst ein Vogelbad auf, damit unsere gefiederten Freunde nicht darben müssen, dann machen wir uns alle auf den Weg – in verschiedene Richtungen. Ute verschwindet im Laufschritt zwischen den formschönen Felsen oberhalb des Camps, Annette und Jochen schlendern rüber zu den Köcherbäumen, während Heinz und ich zielstrebig talabwärts streben – dorthin, wo wir hoch oben in den Hängen prachtvolle Virosa-Euphorbien erspäht haben. Allerdings dauert es unerwarteterweise eine ganze Weile, dort hin zu kommen, wo wir den Aufstieg beginnen können; im Richtersveld sind die Luft offenbar so klar und die Lichtverhältnisse so speziell, dass die angestrebten Geländepunkte näher wirken, als sie es wirklich sind.

Euphorbia virosa
Euphorbia virosa
Warten auf Heinz

Nach einer Stunde aber sind wir endlich da und steigen den Südhang Schritt für Schritt nach oben. Er ist bedeckt von losem Geröll und scharfkantigen Felsen, die oft gefährlich wackelig aufeinander liegen – Grund genug für mich, bald umzukehren, denn das ist mir schlichtweg zu gefährlich. Die Vorstellung, mit gebrochenen Knochen stundenlang zum nächsten Krankenhaus gerüttelt zu werden, ist so abschreckend, dass ich auf einen Besuch bei den großen Virosas, die natürlich ganz, ganz oben wachsen, gerne verzichte und mich mit ein paar kleineren Exemplaren zufriedengebe. Heinz hingegen ist nicht aufzuhalten und schraubt sich langsam, aber stetig nach oben, um zu den schönsten Euphorbien zu gelangen. Ich vergnüge mich währenddessen mit den interessanten, farblich breit variierenden Steinen, die überall herumliegen, sammle hin und wieder einen besonders schönen auf und beobachte Eidechsen und Agamen beim Sonnenbad, lasse aber Heinz nicht aus meinen besorgten Augen. Er klettert von einer Pflanze zur anderen, verschwindet immer wieder hinter haushohen Felsen, taucht erneut auf, winkt beruhigend und kehrt schließlich nach einer dreiviertel Stunde unversehrt zu mir zurück. Mit gerunzelter Stirn berichtet er von den Erkenntnissen seiner Exkursion: die Euphorbien, die von der Ferne so strotzend und gesund ausgesehen hatten, sind, wie auch die Köcherbäume im Kloof, wohl nicht in allerbestem Zustand. An vielen Triebspitzen zeigt sich ein dicker, schwefelgelber Belag, der ganz offensichtlich das Wachstum stoppt. Ob es sich hierbei um eine Pilzinfektion handelt, was wir vermuten, können wir vor Ort natürlich nicht verifizieren, aber auch meine nachträglichen Recherchen führen zu keinen eindeutigen Ergebnissen. In jedem Falle jedoch ist es besorgniserregend und verheißt nichts Gutes für die markanten Gewächse im Richtersveld; der schwefelige Belag war uns nämlich auch schon bei den Virosas in der De-Hoop-Zufahrt aufgefallen.

Auf unserem Berg
Tief im Tal

Nachdenklich verlassen wir den Euphorbienhang, queren dabei das sandige Trockenflusstal unterhalb des Kloofs und halten auf einen kleinen Berg zu, der direkt vor uns liegt. Er sieht besteigbar aus, verheißt mit seiner prominenten Lage einen guten Rundblick und hält hoffentlich keine weiteren sterbenden Pflanzen für uns bereit… Guten Mutes steigen wir bergan. Und wieder mal zeigt sich deutlich, wie stark die Vegetation innerhalb eines überschaubaren Radius’ unter diesen extremen Klimabedingungen variiert. Während auf der gegenüberliegenden Bergflanke fast ausschließlich Virosas wuchsen, gedeihen hier vorwiegend struppige Mesembs. Sie sehen Gott sei Dank gesund aus, sind aber leider keine explizite Augenweide, da sie wohl sehr lange Zeit keinen Niederschlag abbekommen haben. Na ja, immerhin erblicken wir keine weiteren Anzeichen für pflanzliches Siechtum und der Ausblick, der uns am Gipfel erwartet, macht diesen Mangel an aufregenden Sukkulenten um ein Vielfaches wett! Staunend lassen wir uns auf einem sonnenwarmen, windgeschützten Felsen nieder und genießen die sagenhafte Aussicht, die sich uns darbietet: im Nordosten staffeln sich die Bergrücken der Nabasberge bis hinunter zum Oranjetal, mit weitem Blick hinüber nach Namibia, im Südwesten sieht man die, wie von Riesenhand hingeworfenen Steinkugeln des Kokerboomkloofs und zu Füßen unseres Gipfels kann man deutlich erkennen, dass er das Trockenflusstal in zwei breite, sandige Arme teilt. Ist das schön!

Euphorbia decussata
Ceraria namaquensis
Aizoaceae

Mindestens ebenso schön ist die Stille, die uns hier, auf unserem einsamen Gipfel, umgibt. Ja, zugegeben, ab und an hört man einen Vogel singen, der Wind umweht sachte unsere Ohrmuscheln und erzeugt dabei ein an- und abschwellendes Rauschen, aber ansonsten ist es still. Kein Verkehrslärm, kein Fluglärm, kein menschliches Geräusch ist zu vernehmen. Moment, da war doch was! Für einen kurzen Moment dringt Annettes Stimme an unsere Ohren, dann folgt Jochens schallendes Gelächter – glasklar und deutlich. Man hört durchaus, dass sie nicht unmittelbar neben uns stehen, aber als wir sie dann endlich tief unter uns, am Fuße unseres Berges, erspähen, sind wir doch ziemlich erstaunt. Was für eine Akustik! Die muss man ja fast nutzen… Heinz stößt sofort ein vogelähnliches Trillern aus und wir freuen uns diebisch, als unsere beiden Freunde vergeblich nach dem vermeintlich tierischen Verursacher Ausschau halten. Heinz gibt noch ein täuschend echtes Murmeltierpfeifen und einen nicht ganz so originalen Schakalkläffer von sich, während wir uns wie die kleinen Kinder an unseren sichtlich irritierten Freunden erfreuen. Schließlich aber geben wir uns zu erkennen – wir richten uns zu voller Größe auf (was zugegebenermaßen nicht wirklich imposant ist), winken und rufen laut Hallo, doch Annette und Jochens Blicke, die hektisch durch die Gegend irren, entdecken uns nicht. Mhm, sooo klein sind wir jetzt auch wieder nicht! Aber gut, genug der Scherze; nicht dass die beiden von den nicht zu ortenden Tiergeräuschen noch Angst bekommen. Kichernd lassen wir uns also erneut auf unserem Aussichtsfelsen nieder und genießen weiter unser Alleinsein auf dem namenlosen Berg, so lange, bis uns dann doch ein bisschen fad wird. Langsam erheben wir uns deshalb und stapfen dann noch viel langsamer auf der dem Aufstieg gegenüberliegenden Hügelflanke wieder nach unten, machen noch einen Schlenker über den Köcherbaumwald, bevor wir erneut im Camp aufschlagen.

Und dort sitzen sie schon alle versammelt, unsere drei Reisegenossen, und lassen den Herrgott einen guten Mann sein. Ansteckend gemütlich haben sie es sich im Schatten unseres Gazebos und der Campfelsen gemacht und frönen dem süßen Nichtstun, trinken Kaffee, knabbern Kekse, lesen und Jochen gibt sich gar einem Nickerchen hin. Hocherfreut lassen wir uns mitten in diese einladende Runde plumpsen und ergehen uns in den nun folgenden, heißen Mittagsstunden gemeinsam mit unseren Freuden bei ähnlich entspannenden Tätigkeiten – ohne großes Gequatsche und bar jeglicher Betriebsamkeit. Mann, warum kann das Leben nicht immer so sein? Könnte man auf diese Art Geld verdienen, wir alle wären sicher schon mehrfache Millionäre!

In solchen Momenten muss ich immer wieder an all die Menschen denken, die mich im täglichen Leben umgeben, ganz besonders aber an die, mit denen ich Tag für Tag U-Bahn fahren muss. Morgens, zur Hauptverkehrszeit, sind alle Wagons gut besetzt. Zirka 200 Leute aller Altersstufen sitzen und stehen da rum, mümmeln geräuschvoll Backwaren aus raschelnden Papiertüten, schlürfen frisch gebrühten Kaffee, dampfende Latte oder cremigen Frappuccino aus Wegwerfbechern, manche Frauen schminken sich und diverse Männer zupfen ihre ohnehin gerade gestylten Undercuts zurecht. Wohl gemerkt: die meisten gehen so bereits einer Beschäftigung nach! Doch es ist kaum einer dabei, der nicht gleichzeitig Stöpsel im Ohr hätte und zusätzlich noch mehr oder weniger zielgerichtet auf seinem Smartphone rumwischen oder -tippen würde. Wie kann man das ertragen? Oder besser gefragt: wie könnte so ein Zivilisations- und Input-Besessener auch nur einen einzigen derartigen Tag überstehen, wie wir ihn gerade erleben? Kein Strom, kein Netz – der Betroffene könnte sein Elend nicht mal auf Facebook posten, während er, seit Tagen ungeduscht und löslichen Kaffee trinkend, im Zivilisationsloch zu modern beginnt! Um Himmels Willen, nicht dass ich solche Leute hier um mich haben wollte – ich möchte einfach nur mal sehen, wie ihnen ein solcher Ort bekommen würde. Vielleicht lägen ja nach ein paar Stunden haufenweise amokgelaufene Suizidale zu Füßen der höheren Felsen, vielleicht aber wären auch ein paar Menschen dabei, die zu Besinnung kämen und genießen könnten – so, wie wir das tun! Schaden würde diese großartige Erfahrung sicher niemandem – was er daraus macht, ist natürlich eine andere Geschichte…

Mama Felsenratte …
… und ihr Nachwuchs

So hängen wir alle unseren Gedanken nach oder denken eben mal gar nichts. Doch plötzlich reißt Heinz, unser Adlerauge und -ohr, ein helles Fiepsen aus der kontemplativen Ruhe. Es kam aus den Felsen links neben uns. Vorsichtig schleichen wir uns gemeinsam näher, sehen nichts, bis, ja, bis ein graues Pelzknäuel direkt vor unseren Augen in eine schattige Gesteinsspalte huscht, dort untertaucht und im selben Moment das Fiepsen erneut ertönt. Hui, das war eine Felsenratte und die scheint Nachwuchs zu haben! Mit einer der Situation angepassten Unaufgeregtheit schieben wir uns gespannt dichter an besagte Felsspalte heran, verbiegen uns, knieen nieder, versuchen darunterzugucken. Und ja, da sind die Mama und ihre Kinder! Och Gottle, sind die süß! Schon erwachsene Felsenratten sind ganz entzückende und knuffige Tiere, die alle Kriterien des Kindchenschemas voll erfüllen, aber ihr Nachwuchs toppt das noch um ein Vielfaches. Allerdings sind die Tiere sehr vorsichtig und wagen sich lange nicht aus ihrer Deckung. Unsere Freunde bringen die Geduld, das abzuwarten, leider nicht auf, weswegen sich das Ganze weiter verzögert – immer wieder macht einer unserer Mit-Menschen einen geräuschvollen Abgang und mahnt die Ratten so erneut zur Vorsicht. Aber irgendwann kehrt doch endlich Ruhe ein und Mama wagt sich aus ihrer Felsspalte, sichert die Umgebung, pfeift leise, und schon trauen sich auch ihre beiden Kinder heraus. Sie sind noch sehr klein und etwas tapsig unterwegs, das aber tut ihrer Spielfreude keinen Abbruch: energiegeladen tollen die Rattenbabys auf den sonnenwarmen Felsen umher, jagen sich gegenseitig, beschnuppern alles und kommen uns dabei sehr nahe. Wir sind so entzückt, dass wir uns heftig beherrschen müssen, kein Geräusch von uns zu geben und uns nicht zu bewegen. Doch es lohnt sich – und wir kosten unsere Zweisamkeit mit der kleinen Familie aus, bis unsere zur Bewegungslosigkeit verdonnerten Gliedmaßen zu streiken beginnen. Eine kleine Belastungsumlagerung von meinem rechten auf das linke Bein reicht aus und die Nager witschen erneut unter die Felsen. Schade! Doch wir hatten genussvolle Minuten und Heinz ist es sogar gelungen, ein paar Fotos zu machen – wie auch immer er das geschafft hat.

Strahlend kehren wir zu unseren Freunden zurück und berichten diesen von den kleinen Ratten. „Ach, die sind doch noch rausgekommen? Warum habt ihr uns nicht Bescheid gesagt?“ Tja, warum wohl… Das sehen auch unsere Freunde ein und geben sich deswegen mit Heinz’ Fotoausbeute zufrieden. Doch niemand muss sich beschweren, denn auch hier, direkt vor unserem Schattendach ist Action geboten: am Fuße der Campfelsen blühen einige sparrige Büsche, die ein einzelner Nektarvogel als die seinen auserkoren hat. Das jedoch sieht sein artgleicher Konkurrent anders und macht dem selbsternannten Ernte-Monopolisten das Leben schwer. Der Hausherr saugt an Busch A, der Feind fliegt in Busch B und wird von dort vertrieben. Natürlich ist nun Busch A frei, was der Konkurrent sofort ausnutzt. Doch auch dort wird er stante pede vom Hausherrn vertrieben. Was wiederum Busch B erneut freimacht… Der Nahrungskampf der beiden Vögel mutet beinahe amüsant an, doch er ist bitterernst und macht uns mit seinem fast aussichtslosen Hin und Her ganz nervös. So nervös, dass Heinz und ich die ersten Nachmittagsschatten nutzen, um uns wieder hinauszuwagen und die Umgebung oberhalb unseres Camps zu erkunden.

Richtersveld Flat Lizard
Blattlose Blüte
Agame – gut getarnt

Wir passieren dazu die beiden höher gelegenen Campsites, die immer noch unbesetzt sind, umrunden ein Felsplateau zu unserer Rechten und klettern schließlich auf dessen Nordseite nach oben. Und schon wieder umfängt uns bald eine Zauberwelt, die man vom Camp aus allenfalls erahnen konnte: schreiend bunte Echsen tummeln sich dort, kleine Zwiebelgewächse schieben ihre zarten, weißen Blüten ins Licht, bizarre Felsformationen nehmen greifbare Gestalt an, ein windgebürsteter Baum duckt sich in eine Senke, flache Felsplatten geben wasserlose Traumpools preis, riesige Gesteinsbrocken türmen sich wie festbetoniert aufeinander und geben statische Rätsel auf, andere wiederum, die gar unverrückbar erscheinen, geben ein deutlich hörbares Knirschen von sich, als wir sie betreten – und auch ein leichtes Schwanken ist zu spüren. Ganz oben angelangt, tut sich eine steinerne Welt vor uns auf, die beinahe unendlich erscheint und in den schönsten Rottönen der Nachmittagssonne erglüht. Die riesigen Felskugeln oberhalb des Kokerboomkloofs sehen so plastisch aus, dass wir fast danach greifen und damit spielen möchten, eine Schwalbe überfliegt uns mehrmals derart dicht, dass wir sehen, wie sie uns ausgiebig beäugt und für harmlos befindet, die Köcherbäume im Tal werfen immer längere Schatten und über all dem liegt wieder diese einlullende Stille. Nachdem wir lange genug herumgeklettert sind und alles eingehend inspiziert haben, lassen wir uns deshalb auf einen sonnenwarmen Felsen sinken und genießen diese Ruhe, diese einzigartige Stimmung, unsere einsame Zweisamkeit und den Sonnenuntergang, der nicht sonderlich spektakulär ist, aber es trotzdem schafft, die Umgebung in den schönsten Farben erglühen zu lassen.

Windgebeugter Baum
Wasserloser Pool
Blick auf den Kloof

Glücklich seufzend kosten wir die letzten Lichtspiele aus und verlassen unseren Ausguck erst, als sich bleierne Schatten über das Tal senken, die Kontraste breiig werden. Dann treten wir den Rückweg an, gerade noch rechtzeitig, um nicht im Dunkeln herumstolpern zu müssen. Im Lager empfängt uns dann schon der einladende Schein unserer Tischlaterne und unsere Freunde, die gerade die Ärmel aufkrempeln und sich zu ersten Vorbereitungsarbeiten für das Abendessen anschicken. Na, da sind wir doch tatkräftig mit dabei! Schnell ist ein Abendessen gezaubert – eines von vielen deftigen, herzhaften, köstlichen Gerichten, die wir Abend für Abend zu uns nehmen, an die ich mich im Nachhinein in den seltensten Fällen erinnern kann. Ja, wir haben diniert, aber was? Keine Ahnung, ist aber auch nicht wichtig, denn es schmeckt immer (bis auf den seltsamen Kartoffel-Ananas-Auflauf, damals im Moremi…). Aber da sieht man mal wieder, was für mich wichtig und merkenswert ist, und was nicht. Essen gehört auf jeden Fall nicht zu den wichtigen Dingen, wenn solche Tageserlebnisse hinter mir liegen! Dafür aber ereignet sich beim gemeinsamen Abwasch etwas, dessen ich mich noch lange erinnern werde: ich bin heute mit Abtrocknen dran und wienere soeben mit einem nicht gerade saugwilligen Trockentuch über einen Teller, als ich aus dem Augenwinkel eine schnelle Bewegung zu meinen Füßen wahrnehme. Es ist ein nicht wirklich kleiner, sandfarbener Skorpion, der da hektisch über den Boden flitzt. „Leute, Achtung, da ist ein Skorpion! Lasst ihn nicht aus den Augen, ich muss nur schnell was holen…!“ Erstaunt sehen mir meine Reisegenossen hinterher, allein Heinz weiß, worum es geht: vorsichtig umrunde ich das Spinnentier, sause zum Auto und krame meine vor ein paar Wochen erworbene Schwarzlichtlampe hervor. Hah, so lange habe ich auf einen nächtlichen Skorpion gewartet und jetzt ist es so weit! Aufgeregt kehre ich zum Objekt meiner Begierde zurück und knipse die Lampe an. Uih, Wahnsinn, wie der leuchtet!

Skorpion „natur“
UV- und Blitzlicht
Reines UV-Licht

Wir alle kennen den Effekt von Schwarzlicht aus der Jugendzeit – jede Disco, die was auf sich hielt, hatte sowas und ich sehe noch wie heute vor mir, wie sich weißgekleidete Körper auf der Tanzfläche in zuckende, fluoreszierende Roboter verwandelten. Dass dieses spezielle Licht auch Skorpione zum Leuchten bringt, war mir damals noch nicht bekannt, doch vor vielen Jahren hörte ich zum ersten Mal davon und wollte es dann natürlich auch selbst sehen. Doch ohne geeignete Lampe geht da nix. Lange hatte ich die Anschaffung immer wieder verschoben – ach nee, noch ein Teil mehr -, aber vor dem diesjährigen Urlaub hatte ich mich doch durchgerungen. Es hat sich gelohnt! Der Skorpion leuchtet im violetten, kaum sichtbaren Licht meiner Neuanschaffung so heftig, dass uns allen der Mund vor Staunen offen stehenbleibt. Und ich glaube, ihm selbst ist das auch nicht geheuer, wie er da in grellem Geisterbahngrün erglüht. Zügig tritt er den Rückzug an und zwängt sich verstört in eine Spalte unter dem Campfelsen. Dort gräbt er sich immer tiefer ein, aber sogar durch die dünneren Schichten der ihn bedeckenden Sandkörner reflektiert er noch immer den Strahl meiner Disco-Funzel. Ein geiles Erlebnis! Den Rest des Abends leuchten wir in der Gegend herum und, nachdem kein weiterer Skorpion auftauchen will, erfreuen wir uns eben ersatzweise am schwachen, aber dennoch deutlich sichtbaren Fluoreszieren diverser Spinnen, die uns besuchen kommen…

Weitere Impressionen des Tages:
Felsformationen: Bulldogge
Gesicht
Hund oder Schaf?
Sagengestalten
Sid, das Faultier
Altes Ehepaar
Blick ins Tal
Oberhalb des Kloofs
Schatten unserer selbst
Geborstene Steinkugel
Abendschatten
Tierisches Bauwerk
Platysaurus attenboroughii
… und Gattin
Libelle
Abendlicher Gast
Hirpicium sp.
Sisydithe spartea
Mesembryanthemum sp.
Prenia sladeniana
Mesembryanthemum sp.
Dimorphotheca sp.
Wie ein Pfaffenhütchen
Mesembryanthemum sp.
Eriocephalus microphyllus
Eriocephalus microphyllus
Heinz und Pillansii

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