Tsetseli
Tsetsere



Geld haben und ausgeben. Eine schöne Sache. Eine notwendige Sache. Damit Sie auch in Ihrem Afrika-Urlaub keine finanziellen Engpässe erleiden, z. B. durch Diebstahl oder Untauschbares, habe ich hier einige Tipps für Sie.

Rüsten Sie sich mit Bargeld, Traveller-Schecks und Kreditkarte(n) gleichermassen aus, denn nicht immer kann man Schecks eintauschen, mit der Visa zahlen oder Bargeld abheben. Erkundigen Sie sich vor Ihrer Reise nach den örtlichen Möglichkeiten und Präferenzen. In vielen Ländern ist der US-Dollar die inoffizielle Zweitwährung, der Euro unter Umständen unbekannt und somit auch untauschbar. Traveller-Schecks werden meist von Banken, Hotels und offiziellen Wechselstuben akzeptiert, wenn auch oft mit umständlichem und zeitraubendem Gehühner. Führen Sie Bargeld in kleinen Noten mit sich, denn in Afrika kann man durchaus mit einem 100-Dollarschein eine ganze Bank in Wechselnöte bringen.

Verteilen Sie Ihre Schecks, Karten und Barschaften an verschiedenen Körperstellen (Geldgürtel, Bauchtasche, Hosenbund etc.) und behalten Sie nur das Nötigste in der Handtasche oder dem Rucksack, um im Falle eines Diebstahls oder gar Überfalls nicht völlig blank dazustehen. Kopieren Sie Ihre Karten und den Kaufbeleg für Schecks mehrmals und verwahren sie diese Kopien ebenfalls an verschiedenen Stellen (Waschtasche, Rucksack, Kameratasche, Schlafsack...).

Tauschen Sie tunlichst nicht bei Strassenwechslern, auch wenn der Kurs da oft besser ist. Die freundlichen Wechsler nutzen diese Gelegenheit bisweilen zum Ausspionieren der Finanzlage und zum anschliessenden Raub. Zudem kann es bei der Ausreise aus manchen Ländern deutliche Probleme geben, wenn man keine offiziellen Tauschbelege in adäquater Höhe nachweisen kann. Bewahren Sie diese Belege in jedem Falle auf.

Vermeiden Sie es, anderen Menschen Einblick in Ihre Finanzausstattung zu gewähren, sei es durch sichtbares Nachzählen von Frischgewechseltem oder Bezahlen aus prall gefüllten Börsen. In Afrika wird man nicht mehr oder weniger beklaut wie anderswo auch, aber Afrika ist ein armer Kontinent und man sollte niemanden durch unüberlegtes Präsentieren seines relativen Reichtums zu unerwünschten Taten verleiten.

Armut, relativer Reichtum. Da sind wir schon beim nächsten Thema. Wenn Sie Trinkgelder geben, Souvenirs kaufen oder anderweitig zur Kasse gebeten werden, versuchen Sie, die Verhältnismässigkeit zu wahren. Hier einige durchschnittliche Monatslöhne: Kenia, 130 Euro; Sambia, 70 Euro; Kamerun, 60 Euro; Malawi, 30 Euro. Das sollte aussagekräftig genug sein. Sie sind ein unvorstellbar reicher Europäer, schwimmen in Geld und können alles bezahlen. Das wird oft weidlich ausgenützt und Sie mutieren unversehens zur Weihnachtsgans, die kunstvoll ausgenommen werden soll.

Nun gibt Empfehlungen, nach denen man z. B. einem Safari-Guide pro Tag und Person 2 Dollar Trinkgeld geben sollte. Das kann sich deutlich summieren. Erkundigen Sie sich nach Möglichkeit über die Lohnmodalitäten Ihres Guides; hat er ein festes, akzeptables Gehalt oder lebt er vom Trinkgeld. Scheuen Sie sich auch nicht, Ihren Unmut zu zeigen, wenn Sie nicht zufrieden waren. Bedenken Sie beim Kauf eines Souvenirs, dass der erworbene Gegenstand oft in anderen afrikanischen Länder zu Spottpreisen gefertigt und von Ihrem Verkäufer teuer weiterverkauft wird.

Widersetzen Sie sich jeglicher Abzocke, deutlich, höflich, aber bestimmt. Geben Sie keine Trinkgelder, die das halbe Jahresgehalt eines Kellners ausmachen oder zahlen Summen für Andenken, die nur unwesentlich unter europaüblichen Preisen liegen. Dieses Geld kommt ohnehin meist nur denen zugute, die sowieso schon überdurchschnittlich verdienen. Seien Sie nicht knausrig, aber setzen Sie Grenzen. Denken Sie immer daran, dass Sie nicht in Europa sind, lassen Sie Ihr Gefühl entscheiden. Diversen Formen von Wucher oder Abzocke nachzugeben, immer im Sinne der Verhältnismässigkeit, tut niemandem einen Gefallen und bewirkt auch nichts Gutes. Wollen Sie Gutes tun, dann tun Sie es, aber nicht an der falschen Stelle und mit verkehrten Mitteln.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen Urlaub, achten Sie auf Ihr Geld, so oder so, und zeigen Sie sich am besten mit Freude, Offenheit und Respekt als spendabel.

Über einen E-Mail-Beitrag oder Einträge in meinem Gästebuch zu diesem oder anderen Themen würde ich mich sehr freuen.