Tsetseli
Tsetsere



Mindestens 300 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr an dieser häufigsten Tropenkrankheit, die Zahl der Todesfälle wird auf jährlich 2 Millionen geschätzt. 90% aller Malariafälle treten in Afrika auf.

Aber auch in den "nicht betroffenen Ländern" wird die Malaria zunehmend zu einem Problem: So wurden allein im Jahr 2001 in der Bundesrepublik Deutschland rund 1.040 Malariafälle mit 8 Toten registriert, 1.337 Erkrankte mit 8 Todesfällen in den USA (2002), 1.722 Fälle mit 16 Toten waren es gar im Jahr 2003 im Vereinigten Königreich - und die Zahlen sind steigend. Und - praktisch alle Erkrankten haben keine oder eine ungenügende Malariaprophylaxe durchgeführt!

Es gibt 3 Formen der Malariaerkrankung:

1) Malaria quartana:

Sie gilt als mildeste Krankheitsform. Ihre Symptome ähneln der der Malaria tertiana, sind aber nicht so ausgeprägt. Wie der Name schon sagt, kehren die Fieberschübe ca. alle 4 Tage wieder und das kann sich über Monate oder Jahre hinziehen.

2) Malaria tertiana:
Die ersten Symptome dieser Malariaform zeigen sich ca. 2-3 Wochen nach der Ansteckung. Auch hier tritt hohes Fieber auf, zusammen mit Schüttelfrost, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Die Schübe kommen meist in regelmäßigen Abständen von drei Tagen, daher auch der Name. Die Malaria tertiana führt zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen, allerdings nicht nicht mit der Geschwindigkeit und Aggression der Malaria tropica. Sie ist zwar in den seltensten Fällen tödlich, beeinträchtigt aber auf Dauer den allgemeinen Gesundheitszustand. Trotz Behandlung kann sich auch hier eine Serie von Malariaanfällen noch über Monate hinweg wiederholen.

3) Malaria tropica:
Hier zeigen sich die ersten Symptome bereits 1-2 Wochen nach erfolgter Infektion - hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen, Kopf- und Muskelschmerzen. Nachdem das Fieber zunächst gesunken ist, kommt es in unregelmäßigen Abständen immer wieder zu neuen Fieberschüben. Diese Unregelmäßigkeit führt oft zu einer Verwechslung der Krankheit mit einer simplen Grippe. Und das kann bei der Malaria tropica tödlich sein, ist sie doch die gefährlichste Form, die nicht oder zu spät behandelt in ca. 30% der Fälle zum Tod führt. Hier zählt jede Stunde, denn bereits nach wenigen Tagen haben die Parasiten so viele rote Blutkörperchen zerstört, dass sich eine schwere Anämie (Blutarmut) entwickelt. Durch Schädigung des Herzmuskels, des Gehirns oder durch Versagen des Kreislaufes durch Schock kann diese Malariaform zum Tode führen. Übersteht man die Erkrankung, kann Malaria tropica nach 1 Jahr als geheilt gelten.



So, das sind die harten Fakten. Umso verwunderlicher ist es, immer wieder auf Zeitgenossen zu treffen, die das alles auf die leichte Schulter nehmen. Schnellschnell Last Minute nach Kenia, natürlich ohne Prophylaxe, abends im Spaghetti-Top und mit kurzen Hosen auf der Veranda, das ist purer Leichtsinn. Denn neben der Chemoprophylaxe gilt auch hier die Expositionsprophylaxe als Mittel erster Wahl, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Expositionsprophylaxe heisst:
- hautbedeckende, helle, locker sitzende Kleidung, sobald die Dämmerung Einzug hält.
- Repellents auftragen. Repellents gibt es auf natürlicher und chemischer Basis, als Spray, Gel, Creme, nur für die Haut oder auch für Textilien. Persönlich kann ich No-bite (auch für Textilien) und Jaico (gibt es als Milch aus dem Roll-on-Fläschchen und in konzentrierterer Form als Gel aus der Tube) wärmstens empfehlen. Beide Mittel sind im Outdoor-Handel und zum Teil auch in Apotheken erhältlich.
- Moskitonetze mit adäquater Maschengröße verwenden. Führen Sie ein eigenes Moskitonetz mit, denn nicht alle Unterkünfte stellen eines zur Verfügung. Praktisch ist auch ein Flickzeug oder Isoband, um Löcher im Netz zu eliminieren.

Zum Thema Chemoprophylaxe wenden Sie sich am besten an ein Tropeninstitut; dort ist man bestens über Resistenzen und Verbreitungsgebiete informiert. Für tropische Regionen werden Sie zumeist die Empfehlung "Lariam" bekommen, ein Medikament, das für seine zahlreichen Nebenwirkungen bekannt ist. Mittlerweile gibt es auch hier eine verträglichere Alternative (Malarone), die allerdings noch relativ neu auf dem deutschen Markt und damit auch teuer ist. Doch achten Sie bitte nicht auf Kosten, es geht um Ihre Gesundheit.

Detaillierte Informationen zum Thema Malaria und Tropeninstitute finden Sie hier

www.medicine-worldwide.de
www.fit-for-travel.de
www.drtm.de

Austauschen können wir uns via E-Mail oder in meinem Gästebuch.